Paris – 11.09.2026: Auch 25 Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 müssen Frankreichs Sicherheitsbehörden mit terroristischen Bedrohungen rechnen. Darauf hat Bruno Pomart, früherer Ausbilder der Spezialeinheit RAID und heute Vorsitzender der Denkfabrik Initiative Sécurité Intérieure, am Freitag im Nachrichtensender Franceinfo hingewiesen. Das Risiko bestehe weiterhin, sagte Pomart am Jahrestag der Anschläge in den Vereinigten Staaten.
Seine Äußerung ist keine Warnung vor einem konkreten Anschlagsplan. Sie beschreibt eine Bedrohungslage, auf die Frankreich seit Jahren mit einem dichten Netz aus Nachrichtendiensten, Polizei, Gendarmerie und spezialisierten Einsatzkräften reagiert. Behörden und Betreiber besonders gefährdeter Einrichtungen passen ihre Schutzmaßnahmen fortlaufend an. Hinweise aus der Bevölkerung gehören ebenfalls zu diesem Sicherheitskonzept.
Die Erinnerung an New York, Washington und Pennsylvania trifft in Frankreich auf eigene schmerzhafte Erfahrungen. Das Land wurde wiederholt zum Ziel islamistischer Attentäter. Entsprechend präsent sind Kontrollen und bewaffnete Sicherheitskräfte inzwischen im Alltag, vor allem an Bahnhöfen, Flughäfen, touristischen Orten, vor öffentlichen Gebäuden und bei Veranstaltungen mit vielen Besuchern.
Eine Grundlage dafür bildet der staatliche Vigipirate-Plan. Das Innenministerium ordnete ihn am 22. Juni 2026 neu. Seither umfasst das System drei Stufen: allgemeine Wachsamkeit, verstärkte Wachsamkeit und Terroralarm. Für den Sommer und Herbst 2026 gilt die mittlere Stufe. Besondere Aufmerksamkeit richtet sich dabei auf Drohnen, touristische Ziele, stark frequentierte Bereiche sowie öffentliche und staatliche Gebäude.
Für Reisende, Beschäftigte und Besucher können sich daraus zusätzliche Kontrollen, Zugangsbeschränkungen oder längere Wartezeiten ergeben. Solche Vorkehrungen sollen das Risiko eines Angriffs verringern, ohne das öffentliche Leben stillzulegen. Die höchste Stufe, Terroralarm, ist dagegen für eine konkretisierte und unmittelbare Bedrohung oder die Zeit nach einem Anschlag vorgesehen. Sie kann zunächst für zwölf Tage angeordnet und ausdrücklich verlängert werden.
Spezialeinheiten wie der RAID sind für besonders gefährliche Einsätze ausgebildet, bilden aber nur einen Teil dieser Sicherheitsarchitektur. Die tägliche Vorsorge liegt ebenso bei Nachrichtendiensten, örtlichen Polizeikräften, der Gendarmerie, Kommunen, Verkehrsunternehmen und den Betreibern sensibler Einrichtungen. Sie bewerten Auffälligkeiten, sichern mögliche Ziele und bereiten Reaktionen auf akute Lagen vor.
Pomarts Warnung verbindet den historischen Jahrestag daher mit einer gegenwärtigen Aufgabe. Bürger sollen verdächtige Beobachtungen den zuständigen Stellen melden, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Die geltende Vigipirate-Stufe bedeutet keinen Ausnahmezustand, verlangt aber erhöhte Aufmerksamkeit an besonders schutzbedürftigen Orten.
Quellen
- Franceinfo
- Französisches Innenministerium
- Generaldirektion für Innere Sicherheit
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).