Wirtschaft

Insee senkt Frankreichs Wachstumsprognose für 2026 auf 0,4 Prozent

Frankreichs Wirtschaft dürfte 2026 laut Insee nur um 0,4 Prozent wachsen. Schwache Bauinvestitionen, die Sommerhitze und steigende Preise belasten die Konjunktur.

Paris – 11.09.2026: Frankreichs Wirtschaft wird im laufenden Jahr voraussichtlich nur um 0,4 Prozent wachsen. Das geht aus der jüngsten Konjunkturprognose des nationalen Statistikamts Insee hervor, die am 10. September veröffentlicht wurde. Damit bliebe das Land deutlich hinter wichtigen europäischen Nachbarn und dem Vereinigten Königreich zurück: Für Deutschland, Spanien und Großbritannien wird im Jahresdurchschnitt ein etwa dreimal so kräftiges Wachstum erwartet.

Die Schwäche prägt bereits den bisherigen Jahresverlauf. Nach einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 0,2 Prozent im Winter stagnierte die Wirtschaftsleistung im Frühjahr. Für das dritte Quartal rechnet Insee mit einem Zuwachs von 0,1 Prozent, für das Schlussquartal mit 0,2 Prozent. Die leichte Belebung zum Jahresende könnte die Verluste aus der ersten Jahreshälfte damit nur teilweise ausgleichen.

Ein wesentlicher Grund ist der Einbruch bei öffentlichen Bauvorhaben. Im Jahr der Kommunalwahlen halten sich Städte und Gemeinden mit entsprechenden Ausgaben zurück. Auch die privaten Bauinvestitionen liefern kaum Impulse. Zwar könnte der Neubau von Wohnungen wieder etwas anziehen, doch die anhaltende Schwäche bei Bestandsimmobilien fällt nach Einschätzung der Statistiker stärker ins Gewicht. Hinzu kamen im Sommer die hohen Temperaturen, die Arbeiten auf Baustellen erschwerten.

Die außergewöhnliche Hitze belastete darüber hinaus die Landwirtschaft. Zwischen Mitte Juni und Ende August registrierte Frankreich 53 Tage mit Hitzewellen. Insee schätzt, dass deren Folgen die Jahreswachstumsrate um etwa 0,1 Prozentpunkte mindern könnten. Ausschlaggebend sei vor allem die geringere landwirtschaftliche Produktion. In den bislang verfügbaren Konjunkturdaten seien die gesamten wirtschaftlichen Folgen des Sommers noch nicht vollständig erfasst.

Auch am Arbeitsmarkt zeichnet sich eine Verschlechterung ab. Insee erwartet 2026 den Abbau von 52.000 sozialversicherungspflichtigen Stellen, nachdem im Vorjahr bereits 48.000 verloren gegangen waren. Zwar dürfte zugleich die Zahl der Selbstständigen steigen. Das genügt der Prognose zufolge jedoch nicht, um das wachsende Arbeitskräfteangebot aufzunehmen. Bis zum Jahresende könnte die Arbeitslosenquote deshalb auf 8,6 Prozent klettern.

Den privaten Haushalten bleibt unterdessen wenig finanzieller Spielraum. Ihre Kaufkraft dürfte 2026 um 0,4 Prozent sinken, während die Teuerungsrate bis zum Jahresende auf 2,9 Prozent steigen könnte. Höhere Energie- und Transportkosten sowie teurere frische Lebensmittel belasten die Budgets. Insee rechnet damit, dass viele Haushalte auf Ersparnisse zurückgreifen, um ihre Ausgaben zu halten. Einen positiven Beitrag erwartet das Institut vor allem vom Außenhandel, getragen von Auslieferungen der französischen Luftfahrt- und Schiffbauindustrie.

Quellen

  • Franceinfo, Wirtschaftsmeldung vom 11. September 2026
  • Insee, Konjunkturbericht September 2026
  • Insee, Analysen zu Konjunktur, Arbeitsmarkt und Hitzefolgen

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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