International

43 Tote und 519 Vermisste nach Flut in Tibet

Nach der verheerenden Sturzflut an der Grenze zwischen Tibet und Nepal melden chinesische Staatsmedien 43 Tote und 519 Vermisste auf tibetischer Seite. In Nepal werden mindestens 1.341 Tote und fast 5.000 Vermisste gezählt.

Gyirong – 06.09.2026: Die Zahl der bestätigten Todesopfer nach der verheerenden Sturzflut im Himalaya ist auf der tibetischen Seite der Grenze zu Nepal auf 43 gestiegen. Nach Angaben chinesischer Staatsmedien galten am Samstagabend zudem 519 Menschen als vermisst. Die zuvor veröffentlichte amtliche Bilanz hatte 31 Tote und 531 Vermisste ausgewiesen. Unter den in Tibet Vermissten befinden sich demnach 261 ausländische Staatsangehörige.

Die Katastrophe traf die Grenzregion am 26. August. Nach bisherigen Erkenntnissen löste der Absturz gewaltiger Eis- und Gesteinsmassen in großer Höhe eine Sturzflut aus. Wasser, Schlamm, Felsbrocken und Geröll schossen durch die Täler und erfassten Siedlungen, Verkehrswege sowie Baustellen von Wasserkraftanlagen. Besonders schwer betroffen sind das Gebiet um den Grenzort Gyirong auf chinesischer Seite und der nepalesische Distrikt Rasuwa.

In Nepal wurden bislang mindestens 1.341 Tote und fast 5.000 Vermisste gemeldet. Die Zahlen sind vorläufig, weil Suchtrupps weiterhin schwer zugängliche Gebiete, verschüttete Gebäude und Tunnel untersuchen. Die nepalesische Regierung hatte am 3. September mitgeteilt, dass mehr als 11.900 Menschen gerettet worden seien. Zu diesem Zeitpunkt lagen die offiziellen Angaben noch bei 1.252 geborgenen Leichen und rund 4.200 Vermissten.

Ein Schwerpunkt der Rettungsarbeiten liegt auf mehreren Tunneln von Wasserkraftprojekten am Flusssystem des Trishuli. Nepalesische Einheiten arbeiten dort mit Spezialteams aus Indien, China und Südkorea. Nach Behördenangaben kommen Bagger, Bohrgeräte, Drohnen und technische Ortungssysteme zum Einsatz. Schlamm und Geröll blockieren jedoch viele Zugänge; zugleich muss vor jedem weiteren Vordringen geprüft werden, ob die beschädigten Tunnel noch standsicher sind.

Am Samstag wurde ein chinesischer Arbeiter nach zehn Tagen aus einem 225 Meter langen Tunnel eines Wasserkraftprojekts in Rasuwa gerettet. Ein Hubschrauber brachte ihn in ein Krankenhaus. Nach Angaben des chinesischen Staatsfernsehens war sein Zustand stabil. Die Bergung nährt die Hoffnung, in Hohlräumen weitere Überlebende zu erreichen. Zugleich suchen die Einsatzkräfte weiterhin nach Tausenden Menschen.

Internationale forensische Teams unterstützen die Behörden bei der Erfassung und Identifizierung geborgener Leichen. Nepal meldete am 3. September etwa 590 vermisste Ausländer aus 34 Staaten. Das erschwert die Arbeit zusätzlich, weil Angehörige und diplomatische Vertretungen in die Identifizierung einbezogen werden müssen.

Nach Angaben der nepalesischen Regierung wurden Wohnhäuser, Straßen, Brücken und Energieanlagen zerstört oder schwer beschädigt. Unterbrochene Verkehrswege behindern die Versorgung abgelegener Orte ebenso wie die Suche. Die erneut gestiegene Opferzahl in Tibet belegt, wie unvollständig die Bilanz zehn Tage nach der Katastrophe noch ist.

Quellen

  • Franceinfo
  • Associated Press
  • Ministerium für auswärtige Angelegenheiten Nepals
  • Channel NewsAsia

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels