Umwelt

Nach der Flut in Nepal wächst die Sorge vor Gletschergefahren

Nach der verheerenden Sturzflut vom 26. August dauern in Nepal Suche und Hilfe an. Der Einsturz von Eis und Gestein im Himalaya macht deutlich, wie rasch instabile Hochgebirgshänge ganze Täler gefährden können.

Rasuwa – 06.09.2026: Nach der verheerenden Sturzflut im nepalesischen Distrikt Rasuwa dauern die Suche nach Vermissten und die Versorgung der Betroffenen an. Am 26. August löste oberhalb der Grenze zu China eine Lawine aus Eis und Gestein eine Flut im Flusssystem von Bhote Koshi und Trishuli aus. Wasser, Schlamm und Geröll rasten mit großer Wucht durch mehrere Täler.

Nach Angaben des nepalesischen Außenministeriums wurden Rasuwa, Nuwakot, Dhading, Gorkha und weitere Gebiete entlang der Flüsse getroffen. Häuser, Straßen, Brücken, Schulen, Gesundheitseinrichtungen und Anlagen zur Stromerzeugung wurden beschädigt oder zerstört. Armee, Polizei, Katastrophenschutz und örtliche Behörden beteiligen sich an den Einsätzen; internationale Partner unterstützen die Hilfsarbeiten.

Die Behörden meldeten am 3. September mehr als 1.200 geborgene Tote, rund 4.200 Vermisste und fast 12.000 gerettete Menschen. Die Angaben sind vorläufig. Suchmannschaften arbeiten in schwer zugänglichen Gebirgsabschnitten, während zahlreiche Orte zeitweise von den Verkehrswegen abgeschnitten waren. Unter den Vermissten befinden sich nach Regierungsangaben auch ausländische Reisende.

Die Gesundheitsbehörden entsandten medizinische Nothilfeteams aus Kathmandu. Vier Gesundheitsstationen wurden demnach vollständig zerstört, drei Krankenhäuser teilweise beschädigt. Bei zwei weiteren Einrichtungen war der Zugang beeinträchtigt. Die Regierung erklärte 15 Gemeinden für drei Monate zu Katastrophengebieten, um Evakuierungen, medizinische Hilfe und die Unterbringung der Betroffenen schneller organisieren zu können.

Nach der bisherigen offiziellen Darstellung handelte es sich nicht um eine gewöhnliche Monsunflut. Zunächst staute die Eis- und Gesteinslawine einen Bach nördlich der Grenze. Als die natürliche Barriere nachgab, bewegten sich die Wassermassen talwärts. Solche Fluten können entstehen, wenn Gletscher, Felswände oder natürliche Dämme im Hochgebirge instabil werden. Anders als bei langsam steigenden Flüssen bleiben den Menschen flussabwärts oft nur wenige Minuten zur Flucht.

Die Erwärmung des Klimas kann solche Risiken verschärfen, erklärt jedoch nicht jeden einzelnen Einsturz. Steigende Temperaturen lockern Eis, begünstigen die Ansammlung von Schmelzwasser und verändern den Halt gefrorener Hänge. Hinzu kommen Niederschläge, Geländeformen und die Beschaffenheit des Gesteins. Für belastbare Warnsysteme müssen deshalb Temperatur, Niederschlag, Hangbewegungen und mögliche Eisstauseen gemeinsam überwacht werden.

Im Himalaya erschweren große Höhen, steile Täler und lückenhafte Verkehrsnetze sowohl Messungen als auch Rettungseinsätze. Zerstörte Brücken und Straßen verzögern zudem die Lieferung von Trinkwasser, Medikamenten und Lebensmitteln. In Rasuwa richten sich die Arbeiten weiterhin auf die Vermisstensuche, die Versorgung abgeschnittener Gemeinden und die Wiederherstellung der wichtigsten Verkehrsverbindungen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Außenministerium Nepals
  • Gesundheitsnotfallzentrum Nepals

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels