Cléon – 13.09.2026: Zwei Tage nach der Entgleisung eines Regionalzugs zwischen Rouen und Caen suchen Ermittler weiter nach der Ursache. Am Freitagabend, dem 11. September, war ein TER mit 186 Fahrgästen bei Cléon im Département Seine-Maritime entgleist. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Rouen wurden 44 Menschen verletzt.
Eine 18-jährige Frau erlitt schwere Verletzungen und wurde mit einem Hubschrauber in das Universitätsklinikum Rouen gebracht. Zu ihrem weiteren Gesundheitszustand veröffentlichten die Behörden zunächst keine Einzelheiten. Die übrigen Betroffenen wurden nach dem Unfall medizinisch untersucht oder behandelt. Einsatzkräfte begleiteten die Fahrgäste aus dem Zug und sicherten den Streckenabschnitt.
Der Regionalzug war von Rouen nach Caen unterwegs, als er gegen 19.45 Uhr nahe Cléon aus den Schienen geriet. Die Strecke verläuft dort durch ein Industriegebiet am Seine-Ufer zwischen Tourville-la-Rivière und Elbeuf-Saint-Aubin. Versorgung und Bergung waren entsprechend aufwendig: Verletzte mussten betreut, Reisende in Sicherheit gebracht und die Gleise für technische sowie kriminalpolizeiliche Untersuchungen gesperrt werden.
Die wichtigste Spur ist ein Stück Schiene, das auf dem Gleis gefunden wurde. Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen könnte es mit der Entgleisung zusammenhängen. Noch ist jedoch nicht geklärt, ob das Metallteil den Zug tatsächlich aus der Spur brachte, wie es dorthin gelangte und ob ein technischer Defekt, ein Versehen oder eine vorsätzliche Handlung vorliegt.
Die Kriminalpolizei von Rouen ermittelt im Auftrag der Staatsanwaltschaft. Fachleute sollen Spuren an dem Schienenstück, an den Rädern des Zuges und am Gleiskörper auswerten. Hinzu kommen Aussagen von Fahrgästen, Bahnbeschäftigten und möglichen Zeugen aus der Umgebung. Die Staatsanwaltschaft warnte vor vorschnellen Schlussfolgerungen über Ursache und Verantwortliche.
Die Gewerkschaft SUD-Rail erklärte nach dem Unglück, der Unfall hätte erheblich schwerere Folgen haben können. Ihr Bundesvertreter Fabien Villedieu verwies auf die hohe Zahl der Reisenden und sagte, es hätte Tote geben können. Diese Einschätzung beschreibt das mögliche Ausmaß des Ereignisses, ersetzt jedoch weder die technische Untersuchung noch die strafrechtliche Bewertung.
Für den Bahnverkehr zwischen Rouen und Caen hatte die Entgleisung unmittelbare Folgen. Teams der französischen Staatsbahn SNCF und Fachleute für die Infrastruktur arbeiteten an der Sicherung des betroffenen Abschnitts. Der Verkehr wurde dort unterbrochen und durch Ersatzverbindungen ergänzt. Eine Freigabe der Strecke setzt voraus, dass der Zug geborgen, die Gleisanlage geprüft und die Spurensicherung abgeschlossen ist.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- Le Monde
- RTL
- TF1
- Euronews
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).