Cléon – 12.09.2026: Bei der Entgleisung eines Regionalzugs auf der Strecke von Rouen nach Caen sind am Freitagabend nahe Cléon 44 Menschen verletzt worden. Der mit 186 Fahrgästen besetzte Zug verließ gegen 19.45 Uhr zwischen den Bahnhöfen Tourville und Elbeuf-Saint-Aubin die Gleise. Eine 18-Jährige wird weiterhin im Universitätsklinikum Rouen behandelt; nach Angaben der Staatsanwaltschaft besteht keine akute Lebensgefahr mehr.
Die Fahrt endete auf dem Abschnitt südlich von Rouen jäh. Ein Wagen kippte zur Seite, vier weitere sprangen aus den Gleisen. Die Gemeinde Cléon nahm in der Nacht Reisende auf, während Rettungskräfte Verletzte versorgten und Angehörige auf Nachrichten warteten. Nach Angaben der Behörden konnten die meisten Betroffenen inzwischen nach Hause zurückkehren. Am Samstagnachmittag befanden sich noch drei Menschen mit leichten Verletzungen in medizinischer Behandlung.
Die Ermittler untersuchen insbesondere ein Stück einer anderen Schiene, das auf einem Gleis gelegen haben soll. Die Staatsanwaltschaft Rouen betrachtet den Fund als wichtige Spur bei der Suche nach der Unfallursache. Wie das schwere Metallteil dorthin gelangte, ist ungeklärt. Die Untersuchungen müssen klären, ob ein technischer Vorgang, ein Unfall oder ein Eingriff von außen die Entgleisung verursachte. Auch Herkunft und Beschaffenheit des Schienenstücks sind für die Rekonstruktion wesentlich.
Der Staatsanwalt von Rouen, Sébastien Gallois, mahnte am Samstagabend ausdrücklich zur Zurückhaltung. Bislang gebe es keinen Anhaltspunkt für eine vorsätzliche Handlung mit dem Ziel, den Zug entgleisen zu lassen, sagte er. Von einem Anschlag könne daher nicht gesprochen werden. Die Justiz trat damit Spekulationen entgegen, die nach ersten Äußerungen über einen möglichen böswilligen Akt aufgekommen waren.
Die Ermittlungen wurden der Kriminalpolizei in Rouen übertragen. Die Spurensicherung am Unfallort war am Samstag abgeschlossen; zahlreiche Befragungen sind für Sonntag, den 13. September, vorgesehen. Zudem wurde ein gerichtlicher Sachverständiger hinzugezogen. Die technische Aufzeichnung des Zuges, häufig als Blackbox bezeichnet, wurde sichergestellt. Sie kann Angaben zu Geschwindigkeit, Bremsvorgängen und den Abläufen unmittelbar vor der Entgleisung liefern. Solche Daten werden mit Spuren an Fahrzeugen und Gleisen sowie mit Aussagen von Fahrgästen und Personal abgeglichen.
Parallel zur strafrechtlichen Untersuchung müssen die unmittelbaren Folgen des Unfalls bewältigt werden. Die von der Staatsanwaltschaft beauftragte Opferhilfe AVEDE ACJE will die Fahrgäste ab Montag, dem 14. September, einzeln kontaktieren und über ihre Rechte im Verfahren informieren. Dazu können Hinweise auf psychologische Begleitung, mögliche Entschädigungen und den weiteren Ablauf der Ermittlungen gehören. Die Bahnverbindung zwischen Rouen und Caen blieb am Samstag unterbrochen. Wann der entgleiste Zug geborgen und die Strecke wieder freigegeben werden kann, stand am Abend noch nicht fest.
Quellen
- Franceinfo
- Agence France-Presse
- Associated Press
- Actu17
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).