Paris – 23.09.2026: 86 Prozent der befragten Französinnen und Franzosen blicken pessimistisch auf die Zukunft ihrer Kinder und der kommenden Generationen. Das geht aus der ersten Ausgabe der Konsultationsreihe "Dites-le ICI" hervor, die das lokale öffentlich-rechtliche Netzwerk ICI, France Télévisions und das Meinungsforschungsinstitut Odoxa am Mittwoch veröffentlicht haben. Die Reihe soll vor der Präsidentschaftswahl 2027 Themen und Erwartungen in der Bevölkerung sichtbar machen.
Als wichtigsten Grund ihrer Sorgen nennen 68 Prozent der Teilnehmenden den Klimawandel. Es folgen der zunehmende Individualismus mit 59 Prozent, die steigenden Lebenshaltungskosten mit 57 Prozent sowie politische Spannungen in Frankreich und der Welt, die ebenfalls 57 Prozent anführen. In den Antworten verbinden sich damit ökologische Risiken, wirtschaftlicher Druck und die Wahrnehmung eines schwindenden gesellschaftlichen Zusammenhalts.
An der Online-Konsultation nahmen vom 27. August bis zum 10. September 2026 insgesamt 14.286 Erwachsene teil. Die Antworten wurden nach Geschlecht, Alter, Erwerbsstatus, Gemeindegröße und Wohnregion gewichtet, um die Zusammensetzung der französischen Bevölkerung möglichst angemessen abzubilden. Gleichwohl handelt es sich um eine Konsultation mit freiwilliger Teilnahme und nicht um eine klassische repräsentative Zufallsstichprobe. Die Prozentwerte beschreiben daher die gewichteten Antworten der Teilnehmenden.
Trotz des ausgeprägten Pessimismus sehen viele Befragte auch Entwicklungen, die ihnen Hoffnung geben. 40 Prozent verweisen auf Fortschritte in der Medizin. 39 Prozent begrüßen die gewachsene Aufmerksamkeit für die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Weitere 38 Prozent betrachten das stärkere Bewusstsein für den Klimawandel als möglichen Ausgangspunkt für Verbesserungen. Dieselbe Entwicklung erscheint somit zugleich als Ursache von Sorge und als Anstoß zu politischem und gesellschaftlichem Handeln.
Die erste Befragung war auf Bildung, Kinderschutz und die Lebensbedingungen junger Menschen ausgerichtet. Ihre Ergebnisse berühren mehrere Felder, die den Präsidentschaftswahlkampf prägen können: Klimaschutz, Kaufkraft, öffentliche Dienstleistungen und das Vertrauen in die Fähigkeit des Staates, langfristige Sicherheit zu schaffen. Vor allem die hohe Gewichtung der Klimafrage deutet darauf hin, dass viele Teilnehmende Umweltpolitik unmittelbar mit den Lebenschancen der nächsten Generation verbinden.
Bis März 2027 sind sieben thematische Konsultationen geplant. Die Ergebnisse sollen landesweit sowie nach Regionen und Départements ausgewertet werden. Verbreitet werden sie über die 44 lokalen ICI-Stationen und die regionalen Angebote von France Télévisions. Damit erhält die Reihe neben ihrer nationalen Ausrichtung eine lokale Ebene, auf der Unterschiede zwischen Großstädten, ländlichen Gebieten und einzelnen Regionen sichtbar werden können.
Die erste Runde der Präsidentschaftswahl ist für den 18. April 2027 angesetzt. Falls kein Kandidat die erforderliche Mehrheit erreicht, folgt am 2. Mai 2027 eine Stichwahl.
Quellen
- Franceinfo
- Radio France
- France Télévisions
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).