Paris – 17.09.2026: Nach der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 fordert die Vereinigung Addictions France strengere Regeln für die Werbung von Sportwetten. In einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht beschreibt sie die Vermarktung während des Turniers als besonders aggressiv. Nach Angaben der nationalen Glücksspielaufsicht wurden in Frankreich mehr als 1,3 Milliarden Euro online auf die 104 Spiele gesetzt. Damit lagen die Einsätze mehr als doppelt so hoch wie bei der Weltmeisterschaft 2022.
Addictions France untersuchte nach eigenen Angaben die Kampagnen von Betclic, Winamax, Parions Sport und Unibet. Die Organisation zählte durchschnittlich neun Werbespots für Sportwetten je Fernsehspiel sowie 671 Beiträge der Anbieter in sozialen Netzwerken. Besonders kritisch bewertet sie Werbeformen, die junge Menschen und Bewohner sozial benachteiligter Vororte ansprechen könnten. Die bisherige Selbstregulierung der Branche reiche nicht aus, um gefährdete Spieler wirksam zu schützen.
Die Weltmeisterschaft lief vom 11. Juni bis zum 19. Juli 2026. Vor Turnierbeginn hatten die Wettunternehmen laut Aufsicht für Juni und Juli knapp 150 Millionen Euro für Marketing und Gratifikationen eingeplant. Ihre gesamten Ausgaben für Werbung und Verkaufsförderung lagen 2026 um mehr als 25 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Behörde hatte die Unternehmen im Februar aufgefordert, die angemeldeten Budgets nicht zu überschreiten.
Die Autorité nationale des jeux beurteilt den Umgang der Anbieter mit den geltenden Vorgaben günstiger als Addictions France. Sie erklärte im Juli, ihre Leitlinien und Empfehlungen zu Marketing und Gratifikationen seien befolgt worden. Die Sender M6 und beIN Sports hätten zusätzliche Unterbrechungen zur Abkühlung während der Partien nicht an Glücksspielanbieter verkauft. Acht Anbieter hätten außerdem Informationskampagnen gegen exzessives Spielen geschaltet.
Die Bilanz der Aufsicht macht zugleich sichtbar, wie ungleich Gewinne und Verluste verteilt waren. Rund 471.000 Spieler verloren während des Turniers jeweils mehr als 100 Euro, während 217.000 mindestens diesen Betrag gewannen. Etwa ein Viertel beendete die Weltmeisterschaft ohne Verlust. Zwar gaben 44 Prozent weniger als zehn Wetten ab, doch rund 15.000 Nutzer platzierten jeweils mehr als 500 Wetten.
In den kommenden Monaten will die Behörde untersuchen, ob das Turnier problematisches Spielverhalten verstärkt hat. Auch sie bedauert, dass eine geplante Werbesperre für die fünf Minuten vor und nach Sportübertragungen im parlamentarischen Verfahren gestrichen wurde. Beschlossen wurden hingegen zusätzliche Schutzvorgaben für Online-Spieler zwischen 18 und 25 Jahren sowie weitere Maßnahmen gegen illegale Glücksspielangebote.
Quellen
- Franceinfo
- Autorité nationale des jeux
- Addictions France
- Le Parisien mit AFP
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).