Magdeburg – 07.09.2026: Der Wahlsieg der Alternative für Deutschland in Sachsen-Anhalt hat in Frankreich deutliche Reaktionen aus der politischen Mitte und der Linken hervorgerufen. Nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis erhielt die AfD 43,8 Prozent der Stimmen und wurde mit 39 von 83 Sitzen stärkste Kraft im Landtag. Die Christlich Demokratische Union des amtierenden Ministerpräsidenten Sven Schulze kam auf 17,2 Prozent.
Das Ergebnis ist ein Einschnitt in der deutschen Nachkriegspolitik: Seit 1945 hatte keine Partei der extremen Rechten eine Landtagswahl gewonnen. Eine eigenständige Mehrheit verfehlte die AfD allerdings. Für die Wahl eines Ministerpräsidenten wären im Magdeburger Landtag 42 Stimmen erforderlich. Alle anderen im Parlament vertretenen Parteien hatten eine Koalition mit der AfD vor dem Urnengang ausgeschlossen.
Der französische Europaminister Benjamin Haddad bezeichnete den Ausgang als ernsten Moment für Europa. Soziale Sorgen und Ängste müssten ernst genommen werden, Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit dürften jedoch nicht als politische Antwort gelten. Gabriel Attal, Vorsitzender der Partei Renaissance, sprach von einem Warnsignal. Er verlangte eine Strategie, die sich nicht in der Abwehr der extremen Rechten erschöpfe, sondern deren politischen Aufstieg wirksam bekämpfe.
Vertreter der französischen Linken stellten einen unmittelbaren Bezug zur Lage im eigenen Land her. Manuel Bompard von La France insoumise warnte vor einer weiteren Annäherung rechter Kräfte in Europa. Der sozialistische Abgeordnete Guillaume Garot kritisierte die Positionen der AfD zu Russland, den Vereinigten Staaten und zur Migration. Weitere linke Politiker verbanden ihre Reaktionen mit Forderungen nach größerer Geschlossenheit ihres Lagers.
Der Rassemblement National hatte bis Montagmorgen keine offizielle Stellungnahme zu dem Wahlergebnis veröffentlicht. Das Schweigen fällt auf, weil die Partei von Marine Le Pen und Jordan Bardella seit Längerem auf Distanz zur AfD bedacht ist. Beide Parteien waren im Europäischen Parlament einst im Umfeld der Fraktion Identität und Demokratie verbunden. Vor der Europawahl 2024 vollzog der Rassemblement National jedoch den Bruch mit der deutschen Partei.
Die Reaktionen berühren damit auch Frankreichs eigene parteipolitische Auseinandersetzung. Mitte und Linke nutzen den deutschen Wahlausgang, um vor einem weiteren Erstarken der extremen Rechten zu warnen; der Rassemblement National vermeidet dagegen vorerst jede erkennbare Solidarisierung mit der AfD.
Auch für die europäische Zusammenarbeit hat das Ergebnis Gewicht. Deutschland und Frankreich prägen Entscheidungen zur Sicherheits-, Industrie- und Haushaltspolitik der Europäischen Union. In Sachsen-Anhalt richtet sich der Blick nun auf die Mehrheitsbildung. Das Bündnis Sahra Wagenknecht verfügt über fünf Mandate, lehnt eine Koalition mit der AfD ab, hat eine punktuelle Zusammenarbeit jedoch nicht grundsätzlich ausgeschlossen.
Quellen
- Franceinfo: französische Reaktionen auf den Wahlsieg der AfD
- Landeswahlleitung Sachsen-Anhalt: vorläufiges Wahlergebnis
- Le Monde: Wahlausgang und Sitzverteilung
- LCP – Assemblée nationale: Reaktionen aus Frankreich
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).