Magdeburg – 07.09.2026: Nach dem Wahlsieg der Alternative für Deutschland in Sachsen-Anhalt hat der frühere französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire vor den Folgen des Aufstiegs der Partei gewarnt. In der Franceinfo-Sendung "Le Grand Enjeu" bezeichnete er die AfD als Gefahr und als offen neofaschistische Partei. Seine Warnung zielte zugleich auf die politische Debatte in Frankreich vor der Präsidentschaftswahl 2027.
Bei der Landtagswahl am 6. September wurde die AfD mit rund 44 Prozent der Stimmen klar stärkste Kraft. Nach den vorläufigen Zahlen aus allen 2.661 Wahlbezirken kam die Christlich Demokratische Union auf 17,8 Prozent. Sie verlor damit erheblich an Rückhalt in einem Bundesland, dessen Regierung sie seit 24 Jahren geführt hatte.
Für eine Alleinregierung reicht das Ergebnis der AfD nach der vorläufigen Mandatsberechnung nicht. Der Landtag umfasst regulär 83 Sitze; die genaue Verteilung hängt auch davon ab, welche kleineren Parteien die Fünfprozenthürde überwunden haben. Das Bündnis Sahra Wagenknecht schaffte den Einzug knapp. Die AfD wäre deshalb für eine Regierungsmehrheit auf Partner angewiesen. Die übrigen Parteien lehnen eine Zusammenarbeit mit ihr bislang ab.
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund wertete das Ergebnis als Auftrag zur Regierungsbildung. Die Christlich Demokratische Union bekräftigte dagegen ihre Absage an jede Kooperation. Eine ähnliche Konstellation entstand nach der Landtagswahl 2024 in Thüringen: Auch dort wurde die AfD stärkste Kraft, blieb wegen fehlender Koalitionspartner aber außerhalb der Regierung.
Le Maires Wortwahl fällt schärfer aus als viele frühere französische Reaktionen auf die deutsche Rechtsaußenpartei. Der Verfassungsschutz in Sachsen-Anhalt stuft den AfD-Landesverband als gesichert rechtsextremistische Bestrebung ein. Die Partei weist die Bewertung zurück und nennt sie politisch motiviert. Le Maire verband seine Warnung mit der Sorge, eine weitere Normalisierung nationalistischer Parteien könne die Stabilität der Europäischen Union beeinträchtigen.
In Frankreich wird der Wahlausgang auch mit Blick auf den Rassemblement National verfolgt. Le Maire stellte einen Zusammenhang zwischen dem Erfolg der AfD und dem Bemühen der französischen Rechtsaußenpartei her, sich als regierungsfähig zu präsentieren. Deren Vorsitzender Jordan Bardella hatte zuvor bei einem Besuch im Vereinigten Königreich internationale Kontakte gepflegt. Organisatorisch grenzt sich der Rassemblement National von der AfD ab; in Fragen der Migration und nationalen Souveränität bestehen jedoch politische Überschneidungen.
Der Landeswahlausschuss soll das amtliche Endergebnis am 22. September feststellen. Bis dahin bleiben Stimmenanteile und Sitzverteilung vorläufig. Fest steht bereits, dass die Freie Demokratische Partei den Wiedereinzug in den Landtag deutlich verfehlt hat.
Quellen
- Franceinfo
- Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt
- Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt
- Associated Press
- Deutschlandfunk
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).