Gesundheit

Anses warnt vor Gesundheitsgefahren durch Chili-Challenges

Extrem scharfe Chips, Saucen und Chilischoten können schwere Beschwerden auslösen. Frankreichs Gesundheitsbehörde Anses warnt besonders Jugendliche vor riskanten Mutproben in sozialen Netzwerken.

Paris – 01.08.2026: Extrem scharfe Chips, Saucen oder ganze Chilischoten vor laufender Kamera zu essen, gilt in sozialen Netzwerken als Mutprobe. Frankreichs Behörde für Lebensmittel-, Umwelt- und Arbeitsschutz Anses warnt nun vor den gesundheitlichen Folgen solcher Chili-Challenges. Nach ihren Daten sind häufig Minderjährige betroffen. Verantwortlich für die Beschwerden ist Capsaicin, der natürliche Scharfstoff verschiedener Paprika- und Chiliarten. Mit seiner Konzentration wächst das Risiko heftiger körperlicher Reaktionen.

Capsaicin aktiviert im Nervensystem Rezeptoren für Hitze und Schmerz, ohne dass die Temperatur im Mund tatsächlich steigt. In üblichen Mengen lässt das Brennen meist wieder nach. Eine hohe Dosis kann jedoch Schmerzen in Mund, Speiseröhre und Magen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen. Auch Herzklopfen, erhöhter Blutdruck, Kreislaufbeschwerden oder Ohnmacht sind laut Anses möglich. Gelangt der Stoff in die Augen oder auf die Haut, drohen starke Reizungen.

Die französischen Giftnotrufzentralen erfassten zwischen 2021 und 2025 insgesamt 124 Fälle nach dem Verzehr besonders scharfer Lebensmittel oder Gerichte. Die Betroffenen waren im Durchschnitt 18 Jahre alt, ein Drittel von ihnen zwischen zehn und 15 Jahren. In 39 Prozent aller Fälle stand der Verzehr im Zusammenhang mit einer Challenge. Unter den betroffenen Zehn- bis 15-Jährigen lag dieser Anteil bei 65 Prozent.

Am häufigsten wurden Chilischoten als Auslöser genannt, danach folgten scharfe Chips und Saucen. Mehrere Vorfälle ereigneten sich in Schülergruppen. Die meisten registrierten Vergiftungen verliefen glimpflich. Eine 28-jährige Frau mit Allergievorgeschichte entwickelte nach einer Chip-Challenge jedoch Schwellungen an Gesicht und Hals sowie Husten und musste medizinisch behandelt werden. Der Fall wurde als mittelschwer eingestuft.

Besonders empfindlich können Kinder und Menschen mit Magen-Darm- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen reagieren. Anses mahnt deshalb auch Eltern, vermeintlich spielerische Mutproben ernst zu nehmen. Scharfe Produkte sollten für Kinder unzugänglich aufbewahrt und Kennzeichnungen wie "ultrascharf" als Warnhinweis verstanden werden. Das Trinken von Wasser lindert das Brennen häufig kaum, weil Capsaicin nicht wasserlöslich ist.

Seit 2023 wurden in Europa sechs Lebensmittel wegen sehr hoher Capsaicingehalte oder mangelhafter Kennzeichnung über das Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel gemeldet und vom Markt genommen: vier Chipprodukte, eine Sauce und scharfe Nudeln. Die Europäische Kommission hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit mit der Bewertung akuter und langfristiger Risiken beauftragt; Ergebnisse werden Ende 2027 erwartet. Bei Schwellungen oder Atemnot rät Anses zum sofortigen Anruf bei den Notrufnummern 15 oder 112, bei anhaltenden Beschwerden zum Kontakt mit einem Giftnotrufzentrum oder ärztlicher Hilfe.

Quellen

  • Anses – Vigil'Anses, Ausgabe Juli 2026
  • Franceinfo

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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