La Grande-Motte – 01.08.2026: Der Verein AC Anti-Corruption hat nach eigenen Angaben Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Anlass ist die Verwaltung des kommunalen Tourismusamts von La Grande-Motte im Département Hérault. Der Schritt folgt auf einen Bericht der regionalen Rechnungskammer Okzitanien, die bei Einstellungen und der finanziellen Steuerung der Einrichtung erhebliche Unregelmäßigkeiten festgestellt hatte.
Die Anzeige richtet sich nicht gegen eine namentlich bezeichnete Person. AC Anti-Corruption sieht laut Franceinfo Anhaltspunkte für eine mögliche rechtswidrige Interessenverflechtung. Ob die zuständige Staatsanwaltschaft Ermittlungen einleitet, war am Samstag zunächst nicht bekannt. Eine Anzeige belegt keine Straftat; über strafrechtliche Konsequenzen entscheiden die Ermittlungsbehörden und gegebenenfalls ein Gericht.
Die Rechnungskammer hatte die Geschäftsjahre 2020 bis 2024 geprüft. Dem Bericht zufolge verließen zwischen 2021 und 2023 neun Beschäftigte das Tourismusamt, überwiegend durch einvernehmliche Vertragsauflösungen. Anschließend stellte die Einrichtung elf Personen ein. Bei sieben von ihnen handelte es sich laut den Prüfern um Angehörige oder andere nahestehende Personen von Verantwortlichen des Amts beziehungsweise Mitgliedern seines Leitungsgremiums.
Beanstandet wurden vor allem unzureichende Vorkehrungen gegen Interessenkonflikte. In mehreren Personalakten fehlten demnach Unterlagen, die eine unabhängige Auswahl nachvollziehbar gemacht hätten, darunter veröffentlichte Stellenausschreibungen, Vergleiche zwischen Bewerbungen und vollständige Qualifikationsnachweise. Familiäre oder persönliche Beziehungen sind für sich genommen nicht rechtswidrig. Bei der Vergabe öffentlich finanzierter Stellen verlangen sie jedoch transparente Verfahren und eine klare Trennung zwischen persönlichem Einfluss und Personalentscheidung.
Auch die Finanzierung des Tourismusamts geriet in den Blick der Kontrolleure. Die Einrichtung verwaltet Einnahmen aus der Kurtaxe und erhält Zuschüsse der Stadt. Nach Einschätzung der Rechnungskammer waren sowohl die Verwendung der Mittel als auch die Grundlage der kommunalen Zuwendungen nicht hinreichend nachvollziehbar dokumentiert. Der städtische Zuschuss stieg den veröffentlichten Feststellungen zufolge 2024 auf 1,3 Millionen Euro.
Das Tourismusamt ist als öffentliches Industrie- und Handelsunternehmen organisiert. Es wirbt für den Badeort, informiert Besucher und übernimmt zentrale Aufgaben der touristischen Vermarktung. Seine wirtschaftliche Bedeutung ist beträchtlich: Der durchschnittliche Jahreshaushalt lag laut Prüfbericht bei rund 3,7 Millionen Euro. Mängel bei Personalentscheidungen und internen Kontrollen betreffen damit eine Einrichtung, die in erheblichem Umfang kommunale Zuschüsse und zweckgebundene Abgaben verwaltet.
Der Direktor des Tourismusamts wies die Vorwürfe in seiner Stellungnahme zum Prüfbericht teilweise zurück. Die Einstellungen seien durch dringende Aufgaben oder besondere Qualifikationen begründet gewesen; eine Bevorzugung habe es nicht gegeben. Das Amt kündigte zugleich Änderungen an. Dazu gehören ein Verfahren zur Erkennung möglicher Interessenkonflikte und eine interne Kommission, die künftige Einstellungen begleiten soll. Ob darüber hinaus strafrechtliche Ermittlungen folgen, liegt nun bei der Staatsanwaltschaft.
Quellen
- Franceinfo
- Chambre régionale des comptes Occitanie
- Montpellier Infos
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).