Politik & Gesellschaft

Antiterrorstaatsanwaltschaft ermittelt nach Schüssen an Schule in Aubagne

Nach den Schüssen am Collège Joseph-Lakanal in Aubagne werden Schüler, Familien und Beschäftigte von einem Krisenteam betreut. Die nationale Antiterrorstaatsanwaltschaft ermittelt gegen einen 14-Jährigen.

Aubagne – 13.10.2026: Einen Tag nach den Schüssen am Collège Joseph-Lakanal steht die Schulgemeinschaft weiter unter Schock. Schüler verließen das Gelände am Montag in kleinen Gruppen, Eltern warteten vor den Absperrungen. Mehrere Hundert Menschen versammelten sich nach Angaben der Stadt und französischer Medien in Aubagne, um ihre Anteilnahme auszudrücken und die Betroffenen zu unterstützen.

Am Montagmorgen soll ein 14 Jahre alter Schüler mit einem Jagdgewehr in das Schulgebäude gekommen sein. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft von Marseille wurden der Schulleiter und eine Lehrerin durch Schrotkugeln an den Beinen getroffen. Beide erlitten leichte Verletzungen. Ein Beschäftigter der Schule entwaffnete den Jugendlichen, bevor die Polizei ihn festnahm.

Am Dienstag übernahm die nationale Antiterrorstaatsanwaltschaft die Ermittlungen. Anlass waren nach übereinstimmenden Medienberichten Erkenntnisse aus der Auswertung digitaler Geräte des Jugendlichen. Demnach prüfen die Ermittler mögliche Verbindungen zu einer Online-Szene, in der Massentötungen verherrlicht werden. Die Zuständigkeit der Antiterrorstaatsanwaltschaft bedeutet jedoch noch nicht, dass die Tat abschließend als terroristisch eingestuft wird.

Der Jugendliche befindet sich weiterhin im Gewahrsam der Ermittler. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Untersucht werden der genaue Ablauf, mögliche Motive, die Herkunft der Waffe und Kontakte des Schülers. Die Staatsanwaltschaft von Marseille hatte zunächst ein Verfahren wegen versuchten Mordes eröffnet. Eine abschließende Einschätzung des Tatmotivs liegt bislang nicht vor.

Die Stadt Aubagne richtete unmittelbar nach dem Polizeieinsatz ein medizinisch-psychologisches Krisenteam ein. Es soll Schüler, Eltern und Beschäftigte begleiten. Nach Angaben des Bildungsministeriums sprachen Innenminister Laurent Nuñez und Bildungsminister Édouard Geffray am Montag vor Ort mit Mitgliedern des Kollegiums und den eingesetzten Sicherheitskräften.

Neben der strafrechtlichen Aufklärung steht die Rückkehr in einen geregelten Schulbetrieb im Vordergrund. Für Kinder und Jugendliche können die Schüsse, der Polizeieinsatz und die anschließende Evakuierung auch dann belastend sein, wenn sie die Tat nicht unmittelbar beobachtet haben. Die psychologische Betreuung richtet sich deshalb an die gesamte Schulgemeinschaft.

Das Collège Joseph-Lakanal liegt an der Avenue Robespierre in Aubagne, rund 15 Kilometer östlich von Marseille. Angriffe mit Schusswaffen durch Schüler sind an französischen Schulen selten. Die Stadtverwaltung bat die Öffentlichkeit, die Privatsphäre der Jugendlichen und ihrer Familien zu achten. Am Schulgebäude blieb die Sicherheitspräsenz am Dienstag sichtbar, während die Antiterrorstaatsanwaltschaft und spezialisierte Polizeidienste ihre Untersuchungen fortsetzten.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Monde
  • Associated Press
  • TF1 Info
  • Stadt Aubagne
  • Französisches Bildungsministerium

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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