Kultur

Antoine Volodine beschließt sein post-exotisches Werk mit elf Romanen

Zur französischen Herbstbuchsaison 2026 erscheinen elf zusammengehörige Romane unter dem Kollektivnamen Infernus Iohannes bei elf Verlagen. Die ungewöhnliche Gemeinschaftsausgabe beschließt ein literarisches Projekt, das vor 41 Jahren begann.

Paris – 13.08.2026: Antoine Volodine eröffnet die französische Herbstbuchsaison mit einem ungewöhnlichen Gemeinschaftsprojekt. Unter dem Namen Infernus Iohannes erscheinen elf Bücher gleichzeitig bei elf verschiedenen Verlagen. Das Vorhaben trägt den Gesamttitel "Retour au goudron", auf Deutsch etwa "Rückkehr zum Asphalt", und ist als Abschluss des post-exotischen Romanwerks angekündigt.

Beteiligt sind Actes Sud, La Fabrique, L'Olivier, Minuit, Rivages, La Marelle, Robert Laffont, Seuil, Éditions du sous-sol, La Volte und Verdier. Jedes Haus veröffentlicht einen eigenständigen Band. Damit vereint die Reihe große unabhängige Verlage und Häuser aus unterschiedlichen Unternehmensgruppen in einer koordinierten Veröffentlichung, die auf dem französischen Buchmarkt schon wegen ihres Umfangs auffällt.

Der bei La Fabrique erscheinende Band trägt den Titel "Ultimes sursauts" und ist nach Verlagsangaben für den 21. August 2026 angekündigt. Weitere Teile der Reihe sind "Bardo solo" bei Actes Sud, "Chagrins" bei Minuit, "Les meilleurs d'entre nous" bei Seuil und "Malaise chez les plongeuses" bei La Volte. La Marelle veröffentlicht mit "Retour au goudron – Dernière livraison" den abschließenden elften Band.

Infernus Iohannes ist einer von mehreren Namen innerhalb der von Volodine geschaffenen literarischen Welt. Zu ihr gehören auch die Heteronyme Lutz Bassmann, Manuela Draeger und Elli Kronauer. Die Bücher des Post-Exotismus führen häufig in dystopische Räume und handeln von Erinnerung, politischer Niederlage und dem Fortleben gescheiterter Utopien. Kennzeichnend ist eine Vielstimmigkeit, die eindeutige Grenzen zwischen Autor, Erzähler und Figur auflöst.

Volodine veröffentlicht seit den 1980er-Jahren. Für "Terminus radieux" erhielt er 2014 den Prix Médicis. Sein Werk ist über Jahrzehnte und unter wechselnden Namen gewachsen; die beteiligten Verlage bezeichnen die nun erscheinende Reihe als letzte Lieferung eines Zyklus, der vor 41 Jahren begann. Die Form der Publikation greift dessen literarisches Prinzip auf: Ein gemeinsamer Autorenname, elf voneinander getrennte Titel und elf Verlagsprogramme fügen sich zu einem Schlussprojekt.

Für Buchhandlungen bringt die Aktion einen beträchtlichen Koordinationsaufwand mit sich. Die Bände müssen über verschiedene Verlagsauslieferungen bestellt, gemeinsam präsentiert und als zusammengehörige Reihe vermittelt werden. Leserinnen und Leser begegnen deshalb keinem einzelnen neuen Volodine-Roman, sondern einem Werkkomplex, dessen Bestandteile über den Buchmarkt verteilt sind.

Die Veröffentlichung fällt in die frühe Phase der Rentrée littéraire, in der französische Verlage traditionell einen großen Teil ihrer wichtigen Romane des Jahres herausbringen. In dieser dichten Saison verschafft die Zusammenarbeit Volodines Werk eine ungewöhnlich breite Präsenz: Am 21. August soll der Abschluss seines literarischen Zyklus in elf Verlagsprogrammen zugleich sichtbar werden.

Quellen

  • Franceinfo
  • Livres Hebdo
  • La Fabrique
  • Villa Gillet
  • Bibliothèque nationale de France

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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