Wirtschaft

Arbeitgeberverbände ziehen vor dem Haushalt 2027 eine rote Steuerlinie

Vor den Beratungen über Frankreichs Haushalt 2027 lehnen die Arbeitgeberverbände weitere Steuer- und Abgabenerhöhungen ab. Die Regierung steht wegen schwächerer Wachstumsaussichten und zusätzlicher Ausgabenrisiken unter erheblichem Konsolidierungsdruck.

Paris – 24.08.2026: Frankreichs Arbeitgeberverbände verschärfen vor der Vorbereitung des Haushalts 2027 ihre Warnungen vor zusätzlichen Steuern und Sozialabgaben. Nach Angaben von Franceinfo lehnen sie neue Belastungen für Unternehmen grundsätzlich ab. Die Auseinandersetzung beginnt zu einem Zeitpunkt, an dem die Regierung ihre neue Defizitprognose für September angekündigt hat und zugleich weitere Einsparungen finden muss.

Der größte Arbeitgeberverband Medef, der Mittelstandsverband CPME und die Handwerksorganisation U2P hatten bereits Ende 2025 gemeinsam vor einer Kürzung der Entlastungen bei den Arbeitgeberbeiträgen gewarnt. Sie bezifferten die für 2026 vorgesehene Verringerung dieser Entlastungen gegenüber 2024 auf 1,6 Milliarden Euro. Zusätzlich stand damals eine weitere Kürzung um 1,5 Milliarden Euro zur Debatte.

Der Konflikt berührt einen Kernbereich der französischen Wirtschafts- und Sozialordnung. Die Sozialversicherungen werden zu einem erheblichen Teil über lohnbezogene Beiträge finanziert. Die Arbeitgeber argumentieren, höhere Abgaben auf Arbeit verteuerten Neueinstellungen und Investitionen, besonders in personalintensiven kleinen Betrieben. Die Regierung wiederum muss den öffentlichen Finanzierungssaldo dauerhaft verbessern und zugleich vermeiden, die ohnehin schwache Konjunktur zusätzlich zu belasten.

Die finanzielle Ausgangslage hat sich seit dem Haushaltsbeschluss für 2026 weiter verschlechtert. Das Wirtschaftsministerium senkte im Juli seine Wachstumsprognose für 2026 von 0,9 auf 0,7 Prozent. Der für die Überwachung der öffentlichen Finanzen zuständige Ausschuss identifizierte zugleich neue Risiken von rund drei Milliarden Euro: zwei Milliarden beim Staat und eine Milliarde in der Krankenversicherung.

Bereits zuvor hatte der Staat wegen der wirtschaftlichen Folgen des Konflikts im Iran und damit verbundener Stützungsmaßnahmen vorsorglich Ausgabenkürzungen von sechs Milliarden Euro beschlossen. Das Wirtschaftsministerium erklärte, zusätzlicher Finanzbedarf müsse durch Einsparungen ausgeglichen werden. Eine neue Defizitschätzung soll im September zusammen mit dem Entwurf für den Haushalt 2027 veröffentlicht werden.

Der Haushalt 2026 sah vor, das öffentliche Defizit auf 4,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu senken und bis 2029 wieder unter die europäische Referenzmarke von drei Prozent zu bringen. Neben Ausgabenkürzungen setzte die Planung auf zusätzliche Einnahmen, darunter die Verlängerung einer Sonderabgabe auf die Gewinne großer Unternehmen. Diese Vorgeschichte erklärt, weshalb die Verbände schon vor Beginn der eigentlichen Beratungen öffentlich Druck aufbauen.

Damit sind die Konfliktlinien früh gezogen. Die Regierung muss einen Sparpfad vorlegen, der trotz geringeren Wachstums und neuer Haushaltsrisiken trägt. Medef, CPME und U2P verlangen dagegen, Unternehmen weder durch neue Abgaben noch durch weitere Einschnitte bei den Beitragsentlastungen an der Konsolidierung zu beteiligen. Die konkrete Defizitprognose und der Haushaltsentwurf sollen im September folgen.

Quellen

  • Franceinfo, Le Décryptage éco, 24.08.2026
  • Ministerium für Wirtschaft und Finanzen, 08.07.2026
  • Medef, CPME und U2P, gemeinsame Erklärung, 08.12.2025
  • Ministerium für Wirtschaft und Finanzen, Haushaltsentwurf 2026, 15.10.2025

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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