Paris – 24.08.2026: Léa Salamé zieht sich mit sofortiger Wirkung von der Präsentation der 20-Uhr-Nachrichten bei France 2 zurück. Die Journalistin reagiert damit auf die am Sonntag bekannt gegebene Kandidatur ihres Partners Raphaël Glucksmann für die französische Präsidentschaftswahl 2027. Sie halte ein Versprechen ein, das sie bei der Übernahme der Sendung gegeben habe, erklärte Salamé laut Franceinfo.
Vom 24. August an präsentiert Jean-Baptiste Marteau die Hauptnachrichtensendung des öffentlich-rechtlichen Senders. Er war bereits als Salamés regulärer Vertreter vorgesehen und hatte die Ausgabe während ihrer Sommerpause moderiert. France 2 kann damit auf einen Journalisten zurückgreifen, der sowohl das Format als auch die Redaktion kennt. Ein kurzfristiges externes Auswahlverfahren zum Beginn der neuen Fernsehsaison wird vermieden.
Glucksmann, Europaabgeordneter und Mitvorsitzender der Bewegung Place publique, erklärte am 23. August seine Bewerbung um das Präsidentenamt. Nach den vorliegenden Angaben soll seine Kandidatur in einen gemeinsam mit der Parti socialiste organisierten Vorwahlprozess eingebettet werden. Mit dem Eintritt in das Rennen erhält seine politische Arbeit eine neue Reichweite – und Salamés persönliche Verbindung zu ihm eine größere redaktionelle Bedeutung.
Die Moderatorin hatte schon bei ihrer Berufung an die Spitze der Nachrichtensendung angekündigt, im Falle einer offiziellen Kandidatur ihres Partners auf den Bildschirmplatz zu verzichten. Damit sollte jeder Anschein vermieden werden, ihre private Beziehung könne die Berichterstattung über den Präsidentschaftswahlkampf beeinflussen. France Télévisions hatte diese Möglichkeit bereits vor Salamés Amtsantritt berücksichtigt.
Für Salamé ist ein solcher Rückzug nicht neu. Als Glucksmann 2019 bei der Europawahl antrat, unterbrach sie ebenfalls ihre Moderation politischer Formate bei France 2 und France Inter. Der jetzige Schritt wiegt allerdings schwerer: Die 20-Uhr-Ausgabe gehört zu den reichweitenstärksten Nachrichtensendungen Frankreichs und prägt die politische Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Salamé hatte sie seit September 2025 von Montag bis Donnerstag präsentiert.
Die Trennung zwischen journalistischer Tätigkeit und privater Nähe zu politisch Handelnden ist für Rundfunkanstalten eine Frage der Glaubwürdigkeit. Dabei geht es nicht um einen nachgewiesenen Einfluss auf redaktionelle Entscheidungen, sondern darum, mögliche Interessenkonflikte für das Publikum erkennbar zu begrenzen. Salamés frühzeitige Selbstverpflichtung gab France Télévisions für diesen Fall eine klare Handhabe.
Welche Aufgaben sie während Glucksmanns Wahlkampf innerhalb des Senders übernehmen kann, ist bislang nicht mitgeteilt worden. Ihr Rückzug betrifft nach den bekannten Angaben zunächst die 20-Uhr-Nachrichten. Dort übernimmt mit Marteau ein eingearbeiteter Kollege, der die Sendung bereits während der Sommerpause geführt hat.
Quellen
- Franceinfo
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).