Politik & Gesellschaft

Arizona hebt Haftstrafe wegen künstliche Intelligenz-Video eines Opfers auf

Ein Berufungsgericht in Arizona hat die Haftstrafe gegen Gabriel Paul Horcasitas aufgehoben. Ein KI-Video des getöteten Christopher Pelkey hätte bei der Strafzumessung nicht berücksichtigt werden dürfen. Der Schuldspruch bleibt bestehen.

Phoenix – 10.10.2026: Ein künstlich erzeugtes Video eines Getöteten hat in Arizona zur Aufhebung einer Haftstrafe geführt. Das Berufungsgericht des Bundesstaates kassierte die gegen Gabriel Paul Horcasitas verhängte Strafe von zehn Jahren und sechs Monaten. Der Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung nach amerikanischem Recht bleibt bestehen. Über das Strafmaß muss das zuständige Gericht im Bezirk Maricopa nun erneut entscheiden.

Auslöser war ein Video, das bei der Strafanhörung im Mai 2025 gezeigt worden war. Angehörige von Christopher Pelkey hatten mithilfe künstlicher Intelligenz ein digitales Abbild des 2021 getöteten Mannes geschaffen. Darin wandte sich die Figur an Pelkeys Familie, das Gericht und den Verurteilten. Nach Darstellung der Angehörigen sollte das Video dem Richter Pelkeys Haltung zu Vergebung und sein Wesen näherbringen.

Pelkey war am 13. November 2021 an einer roten Ampel in Chandler, einem Vorort von Phoenix, erschossen worden. Nach den Feststellungen des Berufungsgerichts war der Tat eine Auseinandersetzung im Straßenverkehr vorausgegangen. Eine Jury folgte Horcasitas' Berufung auf Notwehr nicht und sprach ihn der fahrlässigen Tötung sowie der Gefährdung anderer schuldig.

Richter Todd Lang sah das KI-Video während der Anhörung und würdigte die Darstellung als aufrichtig. Für die Tötung verhängte er eine Haftstrafe von zehn Jahren und sechs Monaten und ging damit über den Antrag der Staatsanwaltschaft hinaus. Vor der Vorführung hatten bereits neun Angehörige und Freunde Pelkeys persönlich geschildert, welche Folgen die Tat für ihr Leben hatte.

Das Berufungsgericht urteilte am 30. September 2026 einstimmig, die künstlich erzeugte Aussage sei keine verlässliche Wiedergabe von Pelkeys Gedanken. Das Video dokumentiere weder ein tatsächliches Ereignis noch eine frühere Äußerung des Getöteten. Die darin gesprochenen Worte beruhten vielmehr auf den Vorstellungen seiner Schwester, befand das dreiköpfige Richtergremium. Ihre Berücksichtigung habe die Strafzumessung grundlegend unfair gemacht.

Für Horcasitas bedeutet der Beschluss weder einen neuen Strafprozess noch einen Freispruch. Neu verhandelt wird ausschließlich die Sanktion. Seine Verteidigung hatte geltend gemacht, sie habe die Aussagen des digitalen Abbilds weder sinnvoll überprüfen noch wirksam entkräften können. Die Anklage hielt dagegen, die Darstellung entspreche den schriftlich überlieferten Werten und Überzeugungen Pelkeys.

Der Fall gehört zu den seltenen Verfahren, in denen eine täuschend echt wirkende KI-Darstellung die Strafzumessung beeinflusste und anschließend Gegenstand einer Berufungsentscheidung wurde. Das Gericht bestritt den Angehörigen nicht das Recht, vor der Entscheidung über die Strafe gehört zu werden. Unzulässig war nach seinem Urteil jedoch, dem Getöteten durch eine künstliche Stimme Aussagen zuzuschreiben, die er selbst nie aufgezeichnet hatte.

Quellen

  • Arizona Court of Appeals, State v. Horcasitas, Urteil vom 30. September 2026
  • Associated Press, Bericht vom 1. Oktober 2026
  • Franceinfo, Bericht vom 9. Oktober 2026

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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