Politik & Gesellschaft

Aubert sieht in Vorwürfen gegen Bardella ein Risiko für Le Pen

Der Republikaner Julien Aubert hält die Antisemitismusvorwürfe gegen Jordan Bardella für ein mögliches politisches Risiko für Marine Le Pen. Bardella weist die ihm zugeschriebenen Äußerungen entschieden zurück.

Paris – 30.09.2026: Die Jordan Bardella zugeschriebenen antisemitischen Äußerungen könnten nach Einschätzung des konservativen Politikers Julien Aubert auch Marine Le Pen belasten. Sollten sich die Vorwürfe als wahr erweisen, bestehe für die mögliche Präsidentschaftskandidatin das Risiko, als mitverantwortlich angesehen zu werden, sagte der Vizepräsident der Republikaner am Mittwoch. Die Authentizität der fraglichen Nachrichten ist bislang nicht abschließend geklärt.

Mediapart hatte am 28. September private Nachrichten aus dem Jahr 2013 veröffentlicht, die dem heutigen Vorsitzenden des Rassemblement National zugeschrieben werden. Sie enthalten antisemitische Verschwörungserzählungen über Juden und Banken. Das französische Investigativmedium stützt seine Darstellung auf private Gesprächsverläufe und Zeugenaussagen. Bardella bestreitet kategorisch, sich schriftlich oder mündlich entsprechend geäußert zu haben, und bezeichnet die veröffentlichten Nachrichten als grobe Fälschungen.

Aubert nannte die Bardella zugeschriebenen Passagen für den Fall ihrer Echtheit schwerwiegend. Zugleich äußerte er die Vermutung, das Material könne aus den Reihen des Rassemblement National stammen. Belege dafür legte er nicht vor. Weder die Herkunft der Unterlagen noch ihre Zuschreibung an Bardella sind öffentlich abschließend geklärt. Die Vorwürfe und Bardellas Dementi stehen einander daher weiterhin gegenüber.

Politisch reicht die Kontroverse über Bardellas Person hinaus. Le Pen hat erklärt, sie wolle ihn im Fall eines Sieges bei der Präsidentschaftswahl 2027 zum Premierminister ernennen. Der 31-Jährige führt den Rassemblement National und verkörpert dessen Bemühen, über das traditionelle Wählermilieu der Partei hinaus Anschluss an bürgerliche und jüngere Wähler zu finden. Vorwürfe gegen ihn berühren deshalb unmittelbar die Strategie der Parteiführung.

Der Rassemblement National wies die Anschuldigungen geschlossen zurück. Bardella wertete die Veröffentlichung französischen Medienberichten zufolge als Versuch, die bevorstehende Präsidentschaftskampagne zu destabilisieren. Le Pen und weitere Parteivertreter stellten sich hinter ihn. Bis zum 30. September war kein strafrechtliches Verfahren wegen der von Mediapart beschriebenen Nachrichten öffentlich bekannt.

Yonathan Arfi, Präsident des Dachverbandes jüdischer Organisationen in Frankreich, erklärte am 28. September, eine Bestätigung der veröffentlichten Inhalte würde die vom Rassemblement National betriebene Entdämonisierung unglaubwürdig machen. Le Pen verfolgt diese Strategie seit der Übernahme der Parteiführung im Jahr 2011. Sie soll den Abstand zum früheren Front National und zu den wiederholten antisemitischen Äußerungen ihres Vaters Jean-Marie Le Pen markieren.

Auberts Wortmeldung kommt zugleich aus einer Partei, die vor der Präsidentschaftswahl ihr eigenes konservatives Profil schärfen will. Seine Bewertung bleibt an eine klare Bedingung gebunden: Erst eine Bestätigung der Zuschreibung würde Bardellas Glaubwürdigkeit und Le Pens Abgrenzungsstrategie unmittelbar treffen.

Quellen

  • Mediapart
  • Le Monde
  • Associated Press
  • Boursorama

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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