Bwindi – 21.08.2026: Im feuchten Grün des Bwindi-Regenwaldes im Südwesten Ugandas wird jeder Schritt zur kleinen Verhandlung mit dem Gelände. Französische Reisende, die sich dort auf die Spur von Berggorillas begeben, erwartet keine bequeme Safari, sondern ein langer Weg durch Schlamm, Farne und steile Waldhänge. Wenn schließlich zwischen Blättern und Ästen eine Gorillafamilie erscheint, wirkt die Begegnung, so schildern es Teilnehmer in einer aktuellen Reportage von Franceinfo, beinahe unwirklich.
Der Berggorilla gehört zu den seltensten großen Säugetieren der Erde. Weltweit leben gut tausend Tiere dieser Unterart in zwei voneinander getrennten Waldregionen: im Bwindi-Sarambwe-Gebiet sowie im Virunga-Massiv, das sich über Uganda, Ruanda und die Demokratische Republik Kongo erstreckt. Die Weltnaturschutzunion IUCN führt den Berggorilla weiterhin als bedroht. Dass sein Bestand über Jahre gewachsen ist, gilt dennoch als ein bemerkenswerter Erfolg des internationalen Artenschutzes.
Uganda trägt dafür besondere Verantwortung. Nach Angaben der Uganda Wildlife Authority wurden für Bwindi zuletzt 459 Berggorillas ausgewiesen. Eine weitere Zählung in dem Waldgebiet ist abgeschlossen worden; ihre Auswertung soll ein aktuelleres Bild des Bestands liefern. Neben Bwindi können Besucher die Tiere auch im kleineren Mgahinga-Gorilla-Nationalpark am Rand der Virunga-Vulkane beobachten.
Dass Menschen überhaupt in die Nähe der Gorillas gelangen dürfen, ist das Ergebnis einer langwierigen Gewöhnung einzelner Familien an menschliche Anwesenheit. Diese sogenannte Habituierung ist keine Zähmung: Die Tiere bleiben wild und bewegen sich frei im Wald. Ranger müssen ihren Aufenthaltsort deshalb jeden Tag neu ermitteln. Für Reisende kann die Wanderung nach Angaben der Nationalparkverwaltung zwischen zwei und sieben Stunden dauern. Bei einer an Menschen gewöhnten Familie ist die Beobachtungszeit anschließend auf eine Stunde begrenzt.
Die strengen Regeln dienen vor allem dem Schutz der Tiere. Weil Gorillas biologisch eng mit dem Menschen verwandt sind, können ihnen menschliche Atemwegserkrankungen gefährlich werden. Begrenzte Gruppengrößen, ausreichender Abstand und gesundheitliche Vorsicht gehören daher zum Besuchskonzept. Die Einnahmen aus den Genehmigungen finanzieren zugleich Ranger, Überwachung und weitere Naturschutzmaßnahmen. Auch die Gemeinden in der dicht besiedelten Region sollen wirtschaftlich vom Erhalt des Waldes profitieren.
So verbindet der Gorillatourismus ein außergewöhnliches Naturerlebnis mit klaren Grenzen. Wer nach stundenlangem Marsch im Unterholz auf eine Familie trifft, begegnet keinem beliebigen Fotomotiv, sondern einer bedrohten Tierart, deren Erholung von geschützten Lebensräumen, fortlaufender Kontrolle und der Disziplin ihrer Besucher abhängt. Die kurze Beobachtungszeit ist deshalb kein touristischer Mangel, sondern Teil des Schutzes, der diese Begegnung erst ermöglicht.
Quellen
- Franceinfo
- Uganda Wildlife Authority
- IUCN
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).