Wirtschaft

Banque de France senkt Wachstumsprognose für 2026 auf 0,4 Prozent

Frankreichs Zentralbank erwartet für 2026 nur noch 0,4 Prozent Wachstum. Schwacher Konsum, geringe Investitionen und höhere Energiekosten bremsen die Wirtschaft.

Paris – 16.09.2026: Die Banque de France hat ihre Wachstumsprognose für Frankreich im Jahr 2026 von 0,5 auf 0,4 Prozent gesenkt. Die Zentralbank begründet die Korrektur vor allem mit der schwächeren Entwicklung im ersten Quartal. Zugleich sieht sie keinen Einbruch: Die französische Wirtschaft erweise sich trotz der Belastungen als widerstandsfähig.

Der revidierte Ausblick entspricht der jüngsten Einschätzung des Statistikamts Insee. Die Regierung hatte ihre Erwartung für 2026 am 11. September ebenfalls zurückgenommen, geht mit 0,5 Prozent aber weiterhin von einem etwas stärkeren Wachstum aus. Damit liegen die Prognosen der maßgeblichen französischen Institutionen eng beieinander. Für die Vorbereitung des Haushalts 2027 bedeutet die Korrektur dennoch schwierigere Bedingungen: Bei geringerem Wachstum steigen die Steuereinnahmen langsamer, während der Spielraum für neue Ausgaben schrumpft.

Als wesentliche Bremsen nennt die Banque de France den schwachen privaten Verbrauch und die zurückhaltenden Investitionen der Unternehmen. Viele Haushalte verschieben angesichts höherer Energiekosten und wirtschaftlicher Unsicherheit größere Anschaffungen. Unternehmen investieren vorsichtiger, weil die Finanzierung teurer geworden ist und sich geopolitische Risiken sowie die Entwicklung der öffentlichen Finanzen schwer kalkulieren lassen.

Hinzu kamen zu Jahresbeginn Störungen in der Luftfahrtindustrie. Lieferprobleme bei Triebwerken hätten die Ausfuhren im ersten Quartal belastet, erklärte Zentralbankchef Emmanuel Moulin. Auch die ungewöhnlich langen Hitzeperioden des Sommers dämpften die Wirtschaftsleistung. Ihren bisherigen Effekt beziffert die Zentralbank auf 0,05 Prozentpunkte; über das Gesamtjahr könnte er 0,1 Prozentpunkte erreichen.

Die Inflation soll 2026 im Jahresdurchschnitt bei 2,3 Prozent liegen, nach 0,9 Prozent im Vorjahr. Verantwortlich dafür sind vor allem gestiegene Energiepreise. Für 2027 erwartet die Banque de France einen Rückgang auf 1,9 Prozent, für 2028 auf 1,6 Prozent. Ein nachlassender Preisdruck würde die Kaufkraft der Haushalte stärken und könnte damit auch dem Konsum wieder Auftrieb geben.

Am Arbeitsmarkt bleibt die Lage angespannt. Die Zentralbank rechnet für 2026 mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 8,3 Prozent; zum Jahresende könnte sie 8,4 Prozent erreichen. Für 2027 wird erneut ein Jahresdurchschnitt von 8,3 Prozent erwartet. Erst 2028 soll die Quote nach der aktuellen Projektion auf 8,0 Prozent sinken.

Für 2027 prognostiziert die Banque de France wieder 0,9 Prozent Wachstum, für 2028 dann 1,2 Prozent. Dahinter stehen die Annahmen eines sinkenden Preisdrucks, einer Erholung der Kaufkraft und weiterhin tragfähiger Exporte. Eine Eskalation des Konflikts im Nahen Osten sowie erneute Sprünge bei den Öl- und Gaspreisen könnten diese Erholung jedoch gefährden.

Quellen

  • Franceinfo
  • Banque de France

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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