Politik & Gesellschaft

Bardella bestreitet antisemitische Äußerungen

Mediapart schreibt Jordan Bardella antisemitische und verschwörungsideologische Aussagen aus den Jahren 2013 bis 2015 zu. Der Vorsitzende des Rassemblement National bestreitet die Echtheit der Dokumente und kündigt rechtliche Schritte an.

Paris – 28.09.2026: Gegen Jordan Bardella, den Vorsitzenden des Rassemblement National, sind schwere Vorwürfe erhoben worden. Das Recherchemedium Mediapart veröffentlichte am Montag Auszüge aus privaten schriftlichen Gesprächen, in denen Bardella antisemitische und verschwörungsideologische Aussagen zugeschrieben werden. Die Unterhaltungen sollen aus den Jahren 2013 bis 2015 stammen, als seine politische Laufbahn im damaligen Front National begann.

Nach Darstellung von Mediapart enthalten die Nachrichten antisemitische Stereotype und Behauptungen über einen angeblichen Einfluss jüdischer oder israelischer Akteure auf Politik und Wirtschaft. Das Medium beruft sich auf Dutzende schriftliche Gespräche sowie auf eine mehrmonatige Prüfung ihrer Herkunft. Eine unabhängige oder gerichtliche Feststellung zur Echtheit der veröffentlichten Inhalte liegt bislang nicht vor.

Bardella wies die Vorwürfe vor und nach der Veröffentlichung entschieden zurück. Er erklärte schriftlich, er habe weder öffentlich noch privat, weder mündlich noch schriftlich derartige rassistische oder antisemitische Aussagen gemacht. Die ihm zugeschriebenen Dokumente bezeichnete er als grobe Fälschungen. Auf der Plattform X sprach er von einer verdeckten Kampagne, die seine Ehre verletzen und den Präsidentschaftswahlkampf destabilisieren solle.

Der Parteivorsitzende kündigte rechtliche Schritte gegen Mediapart an. Welche Klage er anstrebt und wann ein Verfahren beginnen könnte, war am Montagabend offen. Auch Marine Le Pen stellte sich hinter ihren Nachfolger an der Parteispitze. Bei einem Messebesuch in Paris erklärte sie, sie halte die veröffentlichten Angaben für unglaubwürdig, und erhob ihrerseits den Vorwurf einer gezielten Manipulation.

Die Affäre trifft den Rassemblement National in einer Phase, in der die Partei ihre gesellschaftliche und politische Akzeptanz erweitern will. Seit Marine Le Pen die Führung von ihrem Vater Jean-Marie Le Pen übernommen hatte, bemühte sie sich um Abstand zu den antisemitischen und revisionistischen Äußerungen des Parteigründers. Bardella kommt dabei als Vorsitzendem und möglicher Schlüsselfigur für die Präsidentschaftswahl 2027 besonderes Gewicht zu.

Die politische Tragweite der Veröffentlichung hängt wesentlich von der Belegbarkeit der Dokumente ab. Sollten sie als echt bestätigt werden, stünden die Äußerungen im direkten Widerspruch zu Bardellas wiederholter Darstellung, seine Partei habe mit dem ideologischen Erbe des Front National gebrochen. Sollten sie hingegen als manipuliert erkannt werden, wäre der Vorwurf gegen das Recherchemedium erheblich.

Mediapart hält an seiner Darstellung fest. Mitgründer Edwy Plenel erklärte, die Veröffentlichung beruhe auf zahlreichen Gesprächen und einer Prüfung ihrer Authentizität. Ein mögliches Gerichtsverfahren könnte die Herkunft, Vollständigkeit und Echtheit der Dokumente zum Gegenstand machen. Bis zu einer unabhängigen Prüfung stehen sich damit die Recherche des Mediums und Bardellas Fälschungsvorwurf gegenüber.

Quellen

  • Franceinfo
  • Euronews
  • Mediapart

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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