Politik & Gesellschaft

Bardella bestreitet Antisemitismusvorwürfe von Mediapart

Jordan Bardella weist ihm zugeschriebene antisemitische Äußerungen als Fälschungen zurück und geht juristisch gegen Mediapart vor. Das Investigativmedium hält an seiner Recherche fest und kündigt weitere Veröffentlichungen an.

Paris – 30.09.2026: Jordan Bardella, Vorsitzender des rechtsextremen Rassemblement National, weist den Vorwurf zurück, in privaten Nachrichten antisemitische und verschwörungsideologische Äußerungen verbreitet zu haben. Auslöser des Konflikts ist eine am 28. September veröffentlichte Recherche des französischen Investigativmediums Mediapart. Bardella bezeichnet die ihm zugeschriebenen Texte als Fälschungen und spricht von dem Versuch, ihn politisch zu beschädigen.

Nach Darstellung von Mediapart stammen die fraglichen Nachrichten aus den Jahren 2013 bis 2015. Bardella war damals zwischen 17 und 19 Jahre alt und begann seine politische Laufbahn im damaligen Front National, der sich 2018 in Rassemblement National umbenannte. Die Redaktion stützt ihre Recherche nach eigenen Angaben auf private Gespräche und Zeugenaussagen. In den Bardella zugeschriebenen Texten sollen unter anderem antisemitische Stereotype über Juden und das Bankwesen enthalten sein.

Bardella bestreitet ausdrücklich, solche Aussagen mündlich oder schriftlich gemacht zu haben. Am 29. September kündigte er rechtliche Schritte gegen Mediapart an; sein Anwalt habe Klage wegen Verleumdung eingereicht. Nach Angaben von Franceinfo sprach Bardella von mehreren Klagen. Eine gerichtliche Prüfung der Urheberschaft und Echtheit der Nachrichten steht aus. Bis zu einer solchen Klärung handelt es sich um Vorwürfe, die das Nachrichtenportal erhebt und der Politiker zurückweist.

Mediapart hält unterdessen an seiner Darstellung fest. Fabrice Arfi, einer der Leiter des Rechercheteams, kündigte bei Franceinfo weitere Enthüllungen an. Die Redaktion sei bereit, ihre Belege zu gegebener Zeit öffentlich zu machen. Damit verschärft sich die Auseinandersetzung zwischen einem der bekanntesten französischen Investigativmedien und dem Vorsitzenden der stärksten Partei der extremen Rechten.

Politisch trifft die Affäre Bardella an einem empfindlichen Punkt. Der Rassemblement National bemüht sich seit Jahren, sich vom offen antisemitischen Erbe des früheren Front National und dessen Gründer Jean-Marie Le Pen abzusetzen. Unter Marine Le Pen wurde dieser Kurs als Entdämonisierung der Partei bezeichnet. Bardella, der seit 2022 an ihrer Spitze steht, verkörpert wie kaum ein anderer den Versuch, ihr ein jüngeres und gemäßigteres Erscheinungsbild zu geben.

Der Streit berührt deshalb die Glaubwürdigkeit dieser Strategie. Zugleich ist zwischen der politischen Tragweite der Anschuldigungen und ihrem bislang ungeklärten Wahrheitsgehalt zu unterscheiden. Für die juristische Auseinandersetzung dürfte maßgeblich sein, worauf Mediapart seine Zuordnung stützt und ob das Medium bei Veröffentlichung hinreichend sorgfältig gehandelt hat. Arfi erklärte bislang lediglich, die Belege würden zu einem geeigneten Zeitpunkt vorgelegt; Bardella bleibt bei seiner vollständigen Zurückweisung.

Quellen

  • Franceinfo
  • Associated Press
  • Le Monde
  • TF1 Info
  • Mediapart

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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