Politik & Gesellschaft

Bardellas Dementis überzeugen viele Franzosen nicht

Jordan Bardella weist den Vorwurf antisemitischer Äußerungen zurück und spricht von einer politischen Kampagne. Eine Ifop-Umfrage deutet dennoch auf einen Imageschaden hin.

Paris – 08.10.2026: Jordan Bardella hat den Vorwurf antisemitischer Äußerungen erneut entschieden zurückgewiesen. Der Vorsitzende des Rassemblement National sagte am Donnerstag in einem Fernsehinterview, die Affäre verdränge die Themen des Präsidentschaftswahlkampfs, obwohl sie die Bevölkerung kaum beschäftige. Er bestritt, die ihm zugeschriebenen Aussagen verfasst zu haben, und sprach von einer politischen Kampagne gegen ihn.

Auslöser sind Recherchen der Investigativplattform Mediapart zu privaten Nachrichten aus dem Jahr 2013, als Bardella 17 Jahre alt war. Die veröffentlichten Inhalte enthalten nach Darstellung des Mediums antisemitische Stereotype und Verschwörungserzählungen. Mediapart erklärte, Auszüge aus Messenger-Gesprächen, technische Daten und biografische Hinweise stützten die Zuordnung zu Bardella. Der Politiker und seine Partei bestreiten dies.

Bardella hat nach eigenen Angaben wegen Verleumdung Klage gegen Mediapart eingereicht. Zudem bereite er eine Anzeige wegen Fälschung und der Verwendung gefälschter Dokumente vor. Damit könnte die Frage nach der Urheberschaft der Nachrichten auch gerichtlich geprüft werden. Eine Entscheidung liegt bislang nicht vor. Die Führung des Rassemblement National hält demonstrativ an ihrem Parteivorsitzenden fest.

Die Affäre trifft die Partei an einer empfindlichen Stelle. Marine Le Pen versucht seit Jahren, den Rassemblement National von der Geschichte des früheren Front National und dessen Gründer Jean-Marie Le Pen abzugrenzen. Sie ließ ihren Vater 2015 aus der Partei ausschließen; 2018 erhielt die Bewegung ihren heutigen Namen. Jean-Marie Le Pen war mehrfach wegen antisemitischer und rassistischer Äußerungen verurteilt worden.

Eine kurz vor Bardellas Fernsehauftritt erhobene Ifop-Umfrage für den Nachrichtensender LCI deutet auf einen politischen Schaden hin. Demnach gaben 21 Prozent der Befragten an, ihr Bild von Bardella habe sich infolge der Vorwürfe verschlechtert. 74 Prozent stuften die Anschuldigungen als schwerwiegend ein. 61 Prozent erklärten, die Dementis des Parteichefs hätten sie nicht überzeugt. Befragt wurden am 6. und 7. Oktober 2026 insgesamt 1000 Wahlberechtigte.

Für den Rassemblement National ist die Kontroverse auch mit Blick auf die Präsidentschaftswahl 2027 heikel. Bardella gehört neben Marine Le Pen zu den prägenden Figuren der Partei. Le Pen hat angekündigt, ihn im Falle eines Wahlsiegs zum Premierminister ernennen zu wollen. Die Parteiführung stellt die Veröffentlichungen als Versuch dar, dieses politische Bündnis zu beschädigen.

Der Dachverband der jüdischen Institutionen Frankreichs, der Conseil représentatif des institutions juives de France, erklärte, eine Bestätigung der Vorwürfe wäre ein schwerer Rückschlag für die von der Partei beanspruchte Abkehr von ihrem historischen Erbe. Bislang ist die Urheberschaft der veröffentlichten Nachrichten nicht gerichtlich geklärt.

Quellen

  • Franceinfo
  • TV5MONDE Info und Agence France-Presse
  • Le Monde
  • Ifop

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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