Paris – 05.09.2026: Wer in Frankreich einen Benziner fährt, gibt nach einer Auswertung von Roole Data inzwischen im Durchschnitt dreimal so viel für Energie aus wie der Nutzer eines Elektroautos. Die Plattform beziffert die monatlichen Benzinkosten auf 119 Euro. Für den Ladestrom eines Elektrofahrzeugs setzt sie im Mittel 39 Euro an. Der Abstand ist vor allem wegen der jüngsten Verteuerung von Kraftstoff gewachsen.
Allein im ersten Halbjahr 2026 erhöhten sich die monatlichen Benzinausgaben der Berechnung zufolge um 25 Euro. Roole Data wertet öffentlich verfügbare Daten zum französischen Automarkt aus und verfolgt unter anderem die Entwicklung der Kraftstoffpreise. Besonders spürbar ist der Anstieg für Haushalte, die im ländlichen Raum leben, weite Arbeitswege zurücklegen oder mangels öffentlicher Verkehrsmittel täglich auf das Auto angewiesen sind.
Der Vergleich bildet allerdings nur die Energie im laufenden Betrieb ab. Er beantwortet deshalb nicht die weiter gehende Frage, welcher Antrieb über die gesamte Nutzungsdauer günstiger ist. Kaufpreis, Finanzierung, Versicherung, Wartung und Wertverlust können die Bilanz erheblich verändern. Beim Elektroauto kommen gegebenenfalls die Ausgaben für eine private Ladestation und deren Installation hinzu. Auch staatliche Kaufhilfen und steuerliche Regelungen beeinflussen die individuelle Rechnung.
Die tatsächlichen Stromkosten hängen zudem davon ab, wo und zu welchem Tarif ein Fahrzeug geladen wird. Die Berechnung von Roole Data orientiert sich überwiegend an einer üblichen Heimladung. Öffentliches Schnellladen kann je nach Betreiber, Standort und Vertrag deutlich teurer ausfallen. Wer zu Hause oder am Arbeitsplatz zu einem günstigen Tarif lädt, zahlt dagegen in der Regel weniger je gefahrenem Kilometer als mit einem vergleichbaren Benziner.
Auch die französische Regierungsplattform Electrifions la France verweist auf niedrigere Energiekosten elektrischer Fahrzeuge je 100 Kilometer. Seit dem 1. September 2026 gibt es nach Regierungsangaben außerdem ein neues Förderangebot für gebrauchte Elektroautos. Ob ein Haushalt davon profitieren kann, richtet sich nach den jeweils geltenden Preis-, Zulassungs- und Förderbedingungen.
Für Besitzer eines funktionsfähigen Benziners bleibt ein Wechsel dennoch eine Einzelfallentscheidung. Bei geringer jährlicher Fahrleistung fällt die Ersparnis an der Steckdose weniger stark ins Gewicht; zugleich müssen die Anschaffungskosten eines anderen Fahrzeugs berücksichtigt werden. Vielfahrer können den höheren Kaufpreis eher durch niedrigere laufende Energiekosten ausgleichen. Ausschlaggebend sind neben der Fahrleistung der Verbrauch beider Fahrzeuge, der Stromtarif sowie der Zugang zu einer verlässlichen Lademöglichkeit. Die Werte von 119 und 39 Euro beschreiben daher Durchschnittskosten, keine Garantie für jeden Haushalt.
Quellen
- Franceinfo
- Roole Data
- Electrifions la France
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).