Paris – 30.07.2026: Angesichts der schweren Waldbrände in Frankreich hat Ministerin Aurore Bergé die Krisenpolitik der Regierung verteidigt. Im Sender Franceinfo sagte die für Gleichstellung und Antidiskriminierung zuständige Ministerin, bei Einsätzen und Evakuierungen sei niemand sich selbst überlassen worden. Der Staat habe die erforderlichen Mittel bereitgestellt. Zugleich wies sie den Vorwurf zurück, die Regierung überbeanspruche das Engagement freiwilliger Feuerwehrleute.
Die Erklärung fällt in eine außergewöhnlich schwere Brandsaison. Nach Angaben des Innenministeriums sind seit Jahresbeginn 116.085 Hektar verbrannt. Große und schwer kontrollierbare Feuer trafen zuletzt vor allem die südwestfranzösischen Départements Gironde und Landes. Bereits Ende Juli liegt die zerstörte Fläche demnach über der Bilanz von 2022, das bislang als besonders verheerendes Waldbrandjahr galt.
Nach dem Ministerrat vom 27. Juli wurden 1.100 Feuerwehrleute, vier militärische Einheiten, zwei Löschverbände, 120 Gendarmen und 60 Soldaten mobilisiert. Hinzu kommen laut Innenministerium 30 Hubschrauber der regionalen Feuerwehr- und Rettungsdienste, darunter leichte Löschhubschrauber. Die Zahlen belegen den Umfang der Verstärkung, lassen aber die Frage offen, wie lange die örtlichen Dienste diese Belastung tragen können.
Bergé betonte, freiwillige Feuerwehrleute seien keine beliebig verfügbare Reserve, mit der sich öffentliche Finanzierung ersetzen lasse. Im Mai hatten Innenministerium und französischer Feuerwehrverband einen Aktionsplan für 2026 bis 2028 vereinbart. Vorgesehen sind eine stärkere Anerkennung des freiwilligen Dienstes, eine bessere Vereinbarkeit mit dem Berufsleben und zusätzlicher Schutz für die Einsatzkräfte.
Frankreichs Zivilschutz beruht auf Berufsfeuerwehrleuten, Freiwilligen und militärischen Verbänden. Den Feuerwehr- und Rettungsdiensten gehören nach Ministeriumsangaben rund 256.000 Menschen an. Bei Vegetationsbränden sind nationale Löschflugzeuge und Verstärkungskräfte wichtig; die ersten Angriffe auf die Flammen, der Schutz bewohnter Gebiete und die Betreuung Evakuierter bleiben jedoch weitgehend Aufgabe der territorial organisierten Dienste.
Die Opposition kritisiert die Vorsorge, den Zustand der Löschflotte und die Finanzierung der Feuerwehren. Regierungssprecherin Maud Bregeon erklärte am 27. Juli, der zentralstaatliche Haushalt für die zivile Sicherheit habe sich seit Emmanuel Macrons Amtsantritt nahezu verdoppelt. Die regionalen Feuerwehr- und Rettungsdienste werden allerdings weiterhin wesentlich von den Gebietskörperschaften finanziert.
Zur akuten Brandbekämpfung kommen strafrechtliche Ermittlungen. Das Innenministerium meldete am 27. Juli insgesamt 162 Festnahmen im Zusammenhang mit Bränden seit dem 6. Juli. Die staatliche Reaktion umfasst damit neben Lösch- und Evakuierungseinsätzen auch Prävention und die Verfolgung möglicher Brandstifter.
Quellen
- Franceinfo
- Ministère de l'Intérieur
- Französische Regierung – Ministerrat
- Französische Regierung
- Fédération nationale des sapeurs-pompiers de France
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).