Politik & Gesellschaft

Bildungsminister erwartet zum Schulstart kaum Unterrichtsausfall

Frankreichs Bildungsminister Édouard Geffray meldet deutlich höhere Besetzungsquoten bei Lehramtsstellen. Ob dadurch tatsächlich weniger Unterricht ausfällt, hängt jedoch von der Ersatzplanung der Schulen ab.

Paris – 31.08.2026: Kurz vor Beginn des Schuljahres 2026/2027 hat Bildungsminister Édouard Geffray einen weitgehend geregelten Unterrichtsbetrieb in Aussicht gestellt. Ausfälle von Lehrkräften an Collèges und Lycées würden nur noch eine geringe Rolle spielen, sagte er am Montag dem Radiosender France Inter. Vor allem bei länger dauernden Abwesenheiten seien deutlich weniger Unterrichtsstunden ohne Ersatz zu erwarten als im Vorjahr.

Als wesentlichen Grund nannte Geffray die bessere Besetzung der Stellen nach den Auswahlverfahren für Lehrkräfte im Jahr 2026. Im Primarbereich seien landesweit 98,5 Prozent der ausgeschriebenen Stellen besetzt worden. Ein Jahr zuvor hatte die Quote bei 92,1 Prozent gelegen. Nach Angaben des Bildungsministeriums sank die Zahl der im externen Auswahlverfahren unbesetzt gebliebenen Stellen gegenüber 2025 um 73 Prozent, von 650 auf 172.

Die Zahlen betreffen eine zentrale Schwachstelle des französischen Bildungswesens. Unbesetzte Planstellen, krankheitsbedingte Langzeitausfälle und verspätete Nachbesetzungen führen besonders an weiterführenden Schulen immer wieder dazu, dass Fachunterricht entfällt. Das Ministerium unterscheidet zwischen kurzfristigen Abwesenheiten und Fällen, in denen eine Lehrkraft für längere Zeit ersetzt werden muss. Für beide Situationen gelten jeweils eigene Verfahren.

Bei kurzfristigen Ausfällen müssen die Schulleitungen jährlich einen Plan vorlegen, mit dem die vorgesehenen Unterrichtsstunden möglichst gesichert werden sollen. Grundlage ist ein Dekret aus dem Jahr 2023. Wie wirksam diese Planung ist, hängt allerdings von verfügbaren Lehrkräften, den benötigten Fächern und der Lage auf dem regionalen Arbeitsmarkt ab. Besonders schwierig kann Ersatz dort sein, wo Lehrkräfte an mehreren Schulen eingesetzt werden.

Die höheren Einstellungsquoten stehen zudem im Zusammenhang mit der Reform der Lehrkräfteausbildung, die zum Schuljahr 2026/2027 in Kraft tritt. Bewerber sollen früher an den Beruf herangeführt und länger ausgebildet werden. Im Auswahlverfahren für weiterführende Schulen wurden nach Angaben des Ministeriums 97 Prozent der Stellen besetzt, nach 89,1 Prozent im Vorjahr. In Physik und Chemie stieg die Quote demnach von 74 auf annähernd 98 Prozent.

Geffrays Ankündigung bedeutet dennoch nicht, dass jede fehlende Lehrkraft sofort ersetzt werden kann. Bereits im Juli hatte der Minister darauf hingewiesen, dass sich eine Vertretung nicht innerhalb weniger Stunden garantieren lasse. Auch die regionalen Unterschiede sind erheblich: Im Mai nannte er im Senat Ersatzquoten von 98 Prozent in manchen Schulbezirken, während andere lediglich etwa 80 Prozent erreichten.

Die Einstellungsstatistik erfasst zudem dauerhaft vorgesehene Stellen, nicht jede kurzfristige Unterrichtslücke. Für rund zwölf Millionen Schülerinnen und Schüler an etwa 60.000 Standorten beschäftigt das französische Bildungswesen ungefähr 800.000 Lehrkräfte. Ob die höheren Besetzungsquoten den Unterrichtsausfall tatsächlich verringern, wird sich daher vor allem an der Vertretungspraxis der einzelnen Schulbezirke und Schulen messen lassen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Ministerium für nationale Bildung
  • Légifrance
  • Senat
  • Französische Regierung

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels