Paris – 10.09.2026: Frankreichs Bildungsminister Édouard Geffray will Eltern und Schülern vor jeder Ferienperiode altersgerechte Leselisten zur Verfügung stellen. Die Empfehlungen sollen ausdrücklich freiwillig bleiben. Geffray stellte das Vorhaben am 9. September vor: Bücher sollten im Alltag von Kindern und Jugendlichen mehr Raum erhalten, auch als Alternative zu längeren Bildschirmzeiten.
Die Listen sollen nach Klassenstufen gegliedert sein und Familien konkrete Titel für die Ferien vorschlagen. Nach Darstellung des Ministers geht es um Anregungen und nicht um zusätzliche Hausaufgaben. Noch offen ist, für welche Jahrgänge das Angebot gelten wird, wer die Werke auswählt und auf welchem Weg die Schulen die Empfehlungen an Eltern und Schüler weitergeben sollen.
Der Vorstoß knüpft an eine Bildungspolitik an, die regelmäßiges Lesen als Grundlage für Sprachkompetenz, Wissensaufbau und schulischen Erfolg versteht. Das Bildungsministerium veröffentlicht bereits Referenzlisten mit Kinder- und Jugendliteratur. Sie dienen Lehrkräften als Orientierung für den Unterricht und für die persönliche Lektüre der Schüler, sind jedoch ebenfalls nicht verbindlich. Geffrays Plan würde diese Empfehlungspraxis nun direkt auf die Familien ausweiten.
Die Freiwilligkeit ist dabei von politischer Bedeutung. Verpflichtende Ferienlektüre könnte soziale Unterschiede verschärfen, weil Bücher, ruhige Rückzugsorte und erwachsene Begleitung nicht in allen Familien gleichermaßen verfügbar sind. Unverbindliche Vorschläge vermeiden zusätzlichen schulischen Druck. Ob sie viele Kinder erreichen, hängt allerdings davon ab, ob die empfohlenen Werke leicht erhältlich sind und unterschiedliche Interessen sowie Lesefähigkeiten berücksichtigen.
Für die Sommermonate hatte der Staat seine Leseförderung bereits verstärkt. Die Aktion "Diesen Sommer lese ich" lief 2026 vom 1. Juni bis zum 31. August und richtete sich an junge Leser. Schüler der letzten Grundschulklasse erhielten unter anderem Ausgaben klassischer Stoffe, die sie beim Übergang in die sechste Klasse begleiten sollten. Bibliotheken, Verlage und Kultureinrichtungen waren in die Kampagne eingebunden.
Mit den Ferienlisten soll aus dem saisonalen Ansatz ein wiederkehrendes Angebot während des gesamten Schuljahres werden. Eine solche Auswahl kann den Zugang zu Literatur erleichtern, ersetzt aber weder den Leseunterricht noch die gezielte Förderung von Kindern mit Schwierigkeiten. Für Schulen entsteht nach den bislang bekannten Plänen keine neue Verpflichtung.
Das Ministerium kann bei der Ausarbeitung auf seine vorhandenen Referenzlisten zurückgreifen. Konkrete Vorgaben zur Auswahl, Verteilung und öffentlichen Bereitstellung der Ferienempfehlungen lagen am 10. September noch nicht vor.
Quellen
- Franceinfo
- Le Parisien
- Französisches Bildungsministerium
- Eduscol
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).