Paris – 09.09.2026: Frankreichs 15-Jährige haben in Mathematik erneut deutlich schlechter abgeschnitten. Nach den am 8. September veröffentlichten Ergebnissen der Pisa-Studie 2025 erzielen sie im Mittel 458 Punkte. Das sind 16 Punkte weniger als 2022 und knapp 30 Punkte weniger als 2018. Die Untersuchung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung prüft, wie Jugendliche mathematisches Wissen auf praktische Probleme anwenden können.
Besonders markant ist die Verschiebung an beiden Enden der Leistungsskala. 36 Prozent der französischen Teilnehmer bleiben unter Kompetenzstufe 2 und verfügen damit lediglich über geringe Grundkenntnisse. Nur 4 Prozent erreichen die höchsten Leistungsstufen; im Durchschnitt der Mitgliedstaaten der Organisation sind es 7 Prozent. Im Jahr 2003 hatte Frankreich noch einen Anteil von 15 Prozent besonders leistungsstarker Jugendlicher verzeichnet.
Die getestete Altersgruppe darf allerdings nicht mit sämtlichen Schülern der Sekundarstufe I gleichgesetzt werden. Pisa prüft 15-Jährige unabhängig von der besuchten Schulform. Zu ihnen gehören Jugendliche im Collège, in der allgemeinen Oberstufe und an Berufsschulen. Die Ergebnisse bilden deshalb auch die unterschiedlichen Bildungswege und die frühe Gliederung des französischen Schulsystems ab.
Frankreich folgt zwar einem internationalen Abwärtstrend, verliert in Mathematik aber stärker als viele vergleichbare Staaten. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung stellt in zahlreichen Bildungssystemen sinkende Leistungen in Mathematik und Lesen fest. In Frankreich hatte der Rückgang bereits vor der Pandemie eingesetzt. Die Folgen von Schulschließungen und gestörtem Unterricht können die Entwicklung daher nicht allein erklären.
Bildungspolitisch wiegt vor allem der wachsende Anteil leistungsschwacher Jugendlicher schwer. Mathematische Grundkenntnisse sind eine Voraussetzung für technische und naturwissenschaftliche Ausbildungsgänge sowie für viele berufliche Qualifikationen. Wenn mehr als ein Drittel eines Jahrgangs grundlegende Aufgaben nur eingeschränkt bewältigt, steigt der Förderbedarf im Collège, in der beruflichen Bildung und beim Übergang in die Oberstufe.
Das Bildungsministerium will deshalb die Unterstützung von Jugendlichen mit großen Lernrückständen mit der Förderung besonders leistungsstarker Schüler verbinden. Geplant sind flexiblere Lerngruppen in Französisch und Mathematik sowie zusätzliche Unterrichtszeit nach festgestelltem Bedarf. Von einem Jahreskontingent über 108 Stunden sollen Schulen bis zu 36 Stunden gezielt für Förderangebote einsetzen können.
Zudem soll eine Qualitätskennzeichnung für Mathematik- und Lesebücher in den ersten Grundschulklassen erprobt werden. Damit setzt das Ministerium früher an als bei Maßnahmen, die erst in den letzten Jahren des Collège greifen. Die nun geprüfte Altersgruppe hat ihre mathematischen Grundlagen überwiegend in der Grundschule erworben.
Quellen
- Franceinfo: Schwierigkeiten französischer Schüler in Mathematik
- Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Pisa 2025, Länderprofil Frankreich
- Französisches Bildungsministerium: Pisa 2025 und Maßnahmen zur Leistungssteigerung
- Le Monde: Analyse der Pisa-Ergebnisse 2025 in Frankreich
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).