Paris – 05.10.2026: An 400 bis 500 Gymnasien in Frankreich wird der Unterricht an diesem Montag vollständig oder teilweise ausgesetzt. Das erklärte Bildungsminister Édouard Geffray am Sonntag in Interviews mit France 2 und France Inter. Betroffen sind Einrichtungen, an denen die Sicherheit von Schülerinnen, Schülern und Beschäftigten nach Einschätzung der Behörden nicht gewährleistet ist. Eine landesweite Schließung ist nicht vorgesehen.
Geffray erwartet, dass die Zahl der betroffenen Schulen etwa dem Stand vom Freitag entspricht. Frankreich zählt rund 3.700 Gymnasien; damit wären ungefähr elf bis dreizehn Prozent der Einrichtungen von Einschränkungen betroffen. Wo es die örtliche Lage zulässt, soll der Präsenzunterricht schrittweise wieder aufgenommen werden. Über die jeweiligen Regelungen sollen die Schulen die Familien direkt informieren.
Die Ausfälle stehen im Zusammenhang mit einer seit Ende September ausgeweiteten Schülerbewegung. An zahlreichen Standorten blockierten Jugendliche die Zugänge zu den Gymnasien. Der Minister begründete die Einschränkungen mit konkreten Sicherheitsproblemen: Teilweise seien technische Schutzvorrichtungen beschädigt, teilweise Beschäftigte unmittelbar bedroht oder angegriffen worden. Über Schließungen und Teilausfälle wird deshalb für jeden Standort gesondert entschieden.
Nach Angaben Geffrays wurden seit Beginn der Proteste 24 Schulen durch Brandstiftung oder Vandalismus beschädigt. Zudem seien 78 Beschäftigte des nationalen Bildungswesens verletzt worden. Die Zahlen beziehen sich auf den gesamten bisherigen Verlauf der Auseinandersetzungen, nicht allein auf die für Montag angekündigten Unterrichtsausfälle. Unabhängig überprüfbare Angaben zu sämtlichen Vorfällen lagen zunächst nicht vor.
Bereits am Freitag waren mehr als 400 Einrichtungen geschlossen oder nur eingeschränkt geöffnet. Manche Schulen versuchten, digitalen Unterricht anzubieten, sofern Gebäude oder Zugänge nicht nutzbar waren. Die Bildungsverwaltung muss den Schulbetrieb aufrechterhalten und zugleich verhindern, dass Konflikte an den Standorten in Gewalt gegen Personal, Jugendliche oder Sachwerte übergehen.
Die Proteste erhöhen auch den politischen Druck auf das Bildungsministerium. Geffray empfing am Freitag Vertreter von Schülern, Lehrkräften und Eltern. Anschließend kündigte er einen Plan an, mit dem Vertretungen für fehlende Lehrkräfte schneller organisiert werden sollen. Zudem stellte er eine breitere Debatte über Unterrichtszeiten und Schulalltag in Aussicht. An der kurzfristigen Sicherheitslage vieler Gymnasien änderten die Gespräche jedoch nichts.
Die Größenordnung von 400 bis 500 Einrichtungen umfasst sowohl vollständige Schließungen als auch den Ausfall einzelner Unterrichtsangebote. Maßgeblich bleiben die Verhältnisse vor Ort: Unterricht findet nur statt, wenn Gebäude und Zugänge nutzbar sind und Schüler sowie Personal nach Einschätzung der Verantwortlichen ausreichend geschützt werden können.
Quellen
- Franceinfo
- Le Monde
- Le Parisien
- Sud Radio
- TF1 Info
- Europe 1
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).