Umwelt

Biscarrosse: Bürgermeisterin kritisiert Versicherer nach Waldbrand

Nach dem Waldbrand im Juli warten Betroffene in Biscarrosse weiter auf Schadensgutachten. Bürgermeisterin Hélène Larrezet warnt, dass dadurch Reparaturen, Entschädigungen und der Wiederaufbau blockiert werden.

Biscarrosse – 01.09.2026: Nach dem verheerenden Waldbrand im Juli hat die Bürgermeisterin von Biscarrosse, Hélène Larrezet, den Umgang einzelner Versicherer mit den Betroffenen kritisiert. Gegenüber France Inter sagte sie, manche Geschädigte fühlten sich wegen ausstehender Gutachten von ihren Versicherungen in Geiselhaft genommen. Solange die Prüfungen nicht abgeschlossen seien, bleibe alles in der Schwebe: Reparaturen könnten nicht beginnen, Entschädigungen nicht festgesetzt und Entscheidungen über den Wiederaufbau nicht getroffen werden.

Das Feuer hatte in und um Biscarrosse erhebliche Schäden verursacht. Nach Angaben der Stadt waren Wohnhäuser, Fahrzeuge, Betriebe und touristische Einrichtungen betroffen. Die Kommune richtete zunächst ein Aufnahme- und Unterstützungszentrum ein. Seit dem 10. August werden die Geschädigten über eine Verwaltungs- und Sozialstelle begleitet, die bei sozialen, psychologischen und organisatorischen Problemen helfen soll.

Staat und Versicherungswirtschaft hatten nach den Bränden in den Départements Landes, Gironde und Var besondere Vorkehrungen angekündigt. Die Frist zur Schadenmeldung wurde bis zum 31. August verlängert. Wer seine Hauptwohnung auf behördliche Anordnung verlassen musste, kann abhängig vom Versicherungsvertrag zudem Kosten für eine vorübergehende Unterkunft erstattet bekommen. Diese Regelung gilt höchstens drei Wochen und nur so lange, wie das Betreten der Wohnung untersagt ist.

Ein Gutachten ist bei Brandschäden nicht grundsätzlich vorgeschrieben. Versicherer können jedoch Sachverständige damit beauftragen, Ursache und Umfang eines Schadens zu ermitteln. Bei zerstörten oder schwer beschädigten Gebäuden bildet deren Bewertung häufig die Grundlage für die Versicherungsleistung und die anschließenden Arbeiten. Larrezet bezeichnete die Verzögerungen deshalb als zweite Belastungswelle nach dem Feuer.

Die Präfektur der Region Nouvelle-Aquitaine hatte am 1. August Versicherer und Gutachterbüros mit staatlichen Stellen, Kommunen und Rettungsdiensten zusammengebracht. Die Beteiligten wollten Hilfen besser koordinieren und den Betroffenen verständliche Ansprechpartner vermitteln. Versicherer stellten beschleunigte Besichtigungen in Aussicht, sobald die betroffenen Gebiete wieder sicher zugänglich seien.

Unterdessen warnt die Stadt vor unseriösen Angeboten. Nach dem Brand hätten Firmen Anwohner kontaktiert und Arbeiten, Gutachten oder Versicherungsleistungen angeboten. Die Präfektur der Landes empfiehlt, keine Verträge unter Zeitdruck zu unterschreiben, schriftliche Kostenvoranschläge einzuholen und die Registrierung der Unternehmen zu prüfen.

Für vollständig zerstörte Gebäude hat die Stadt einen Erlass der Grundsteuer für 2026 angekündigt. Bei teilweise beschädigten Immobilien soll die Steuerverwaltung von Anfang September an den jeweiligen Schaden prüfen. Für konkrete Schritte beim Wiederaufbau bleiben viele Eigentümer jedoch zunächst auf die ausstehenden Entscheidungen ihrer Versicherer angewiesen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Stadt Biscarrosse
  • Service-Public.fr
  • Präfektur der Gironde
  • Präfektur der Landes

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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