Wirtschaft

Black Star in Béthune: Neue Eigentümer und staatliche Hilfen sichern Reifenwerk

Der Reifenaufbereiter Black Star wird nach seiner Übernahme in Béthune neu eröffnet. 91 Arbeitsplätze bleiben erhalten; eine staatlich regulierte Branchenfinanzierung soll das Geschäftsmodell stabilisieren.

Béthune – 24.08.2026: Der französische Reifenaufbereiter Black Star feiert an diesem Montag in Béthune seine Wiedereröffnung. Mathieu Lefèvre, beigeordneter Minister für den ökologischen Wandel, besucht dazu das Werk im Département Pas-de-Calais. Nach einem gerichtlichen Sanierungsverfahren und der Übernahme durch ein Unternehmerkonsortium beginnt für den Betrieb ein neuer Abschnitt. Künftig soll er unter dem Namen Léonard auftreten.

Das Handelsgericht von Arras hatte die Übernahme am 17. Juni 2026 bestätigt. Nach Angaben des Umweltministeriums bleiben die industrielle Fertigung am Standort und 91 Arbeitsplätze erhalten. Angeführt wird das Konsortium von dem Unternehmer Cédric Meston; zu den neuen Verantwortlichen gehören zudem Arnaud Hage und Adrien Eymard. Zuvor war Black Star Teil des Mobilitätskonzerns Mobivia, der sich von seinem Engagement trennte.

Der Standort hat für die Region besondere industriepolitische Bedeutung. Die Reifen entstehen auf dem früheren Bridgestone-Gelände in Béthune. Dessen Schließung im Jahr 2021 hatte den Verlust eines großen Industriebetriebs zur Folge. Black Star baute dort die Aufbereitung von Reifen für Personenwagen und leichte Nutzfahrzeuge auf. Dabei werden geeignete Karkassen gebrauchter Reifen weiterverwendet und mit einer neuen Lauffläche versehen. Das spart Material gegenüber der vollständigen Neuproduktion.

Die wirtschaftlichen Aussichten haben sich durch eine Ende März in Kraft getretene Regelung zur erweiterten Herstellerverantwortung für Reifen verbessert. Öko-Organisationen müssen Aufbereitern mindestens sechs Euro für jeden erneuerten und anschließend in Frankreich vermarkteten Reifen zahlen. Voraussetzung ist, dass der Ausgangsreifen in Frankreich gesammelt und innerhalb eines Radius von 1.500 Kilometern aufbereitet wurde. Erstmals gilt damit ein verbindlicher Mindestbetrag für die Branche.

Auch die gesetzlichen Ziele wurden angehoben. Ab 2028 sollen mindestens fünf Prozent der gebrauchten Reifen leichter Fahrzeuge aufbereitet werden; bisher lag die Zielmarke bei vier Prozent. Für Black Star beziehungsweise Léonard schafft die Regelung besser kalkulierbare Einnahmen in einem Geschäft, dessen Kosten wesentlich von der Verfügbarkeit geeigneter Altreifen abhängen.

Die Übernahme löst jedoch nicht alle strukturellen Probleme. Branchenmedien berichten von Konkurrenz durch preiswerte importierte Neureifen und von Engpässen bei aufbereitungsfähigen Karkassen. Die neuen Eigentümer müssen Produktion, Lieferketten und Absatz zugleich stabilisieren. Die staatlich geregelten Zahlungen mindern das wirtschaftliche Risiko, ersetzen aber weder eine verlässliche Rohstoffversorgung noch eine ausreichende Nachfrage.

Mit dem Besuch in Béthune verbindet die Regierung Kreislaufwirtschaft und den Erhalt industrieller Beschäftigung. Ob das sanierte Unternehmen dauerhaft bestehen kann, hängt vor allem von seinem Absatz und der Versorgung mit geeigneten Karkassen ab. Zunächst bleiben am früheren Bridgestone-Standort 91 Arbeitsplätze erhalten.

Quellen

  • Franceinfo
  • Ministerium für ökologischen Wandel
  • Legifrance
  • L'Argus
  • Le Journal des Entreprises

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).