Jordan Bardella hat beim Parteitag von Reform UK in Birmingham ein Protokoll mit Nigel Farage unterschrieben. Es soll nach einem möglichen Machtwechsel beider Parteien die Überfahrten in kleinen Booten über den Ärmelkanal beenden. Ein zentraler Punkt sieht vor, dass von britischen Behörden abgefangene Menschen zunächst nach Frankreich zurückgebracht und anschließend in ihre Herkunftsländer überstellt werden sollen.
Damit rückt der Vorsitzende des Rassemblement National seine internationale Vernetzung vor der französischen Präsidentschaftswahl 2027 sichtbar ins Zentrum seiner Strategie. Bardella stellte Frankreich dabei als Transitland dar und versprach, das Land solle nicht länger Ausgangspunkt irregulärer Migration nach Großbritannien sein.
In Frankreich trifft gerade die Rücknahmeregelung auf Kritik von links und rechts. Jean-Luc Mélenchon greift Bardella wegen eines Vorhabens an, das Frankreich zusätzliche Verantwortung für eine britische Migrationspolitik zuweisen würde. Das Papier ist vorerst eine politische Absichtserklärung: Es könnte nur umgesetzt werden, wenn beide Parteien in ihren Ländern Regierungsverantwortung erhielten.