Der Schulstart bleibt ein sozialpolitisches Reizthema. Nach einer Erhebung des Lehrergewerkschaftsverbands SNES-FSU fehlt in etwa zwei Dritteln der weiterführenden Schulen mindestens Personal; damit widerspricht der Verband der beruhigenderen Darstellung des Bildungsministeriums. Gemeint sind nicht allein Lehrkräfte, sondern auch die Besetzung von Aufgaben, die den Unterrichtsalltag, die Betreuung und die Organisation der Einrichtungen tragen.
Aus den Regionen kommen konkrete Beispiele für die angespannte Lage. In Aiguillon im Département Lot-et-Garonne haben Lehrkräfte des Collège Stendhal für Dienstag eine Kundgebung angekündigt, weil sie die personelle Ausstattung ihres Hauses als unzureichend bewerten. Im Raum Toulouse erschwert zudem eine Cyberattacke auf Bildungsdienste seit Wochen die letzten Zuweisungen, die Verwaltung und teils die Kommunikation mit Beschäftigten.
Die Debatte verbindet damit zwei unterschiedliche Probleme: strukturell unbesetzte oder gestrichene Stellen und kurzfristige Störungen bei der Organisation. Für Familien wird daraus vor allem eine praktische Frage, ob Stundenpläne, Vertretungen und die Begleitung von Schülerinnen und Schülern im laufenden Betrieb verlässlich abgesichert sind.