Die wirtschaftliche Lage bestimmt die nationale Berichterstattung, nachdem das Institut national de la statistique et des études économiques seine Prognose für 2026 deutlich gesenkt hat. Statt der bislang von der Regierung erwarteten 0,7 Prozent rechnet das Institut nur noch mit 0,4 Prozent Wachstum. Im ersten Quartal war die Wirtschaftsleistung bereits gesunken, im zweiten Quartal stagnierte sie; für die zweite Jahreshälfte werden lediglich geringe Zuwächse vorausgesagt.
Die Diagnose trifft mehrere Bereiche zugleich: Der Konsum bleibt schwach, die Investitionen kommen kaum voran, und die Inflation sowie die Arbeitslosigkeit liegen höher. Frankreich würde damit im Jahresvergleich deutlich hinter den großen Nachbarökonomien der Eurozone zurückbleiben. Auch die Sommerhitze belastet die Bilanz: Nach der Insee-Schätzung kostet sie 0,1 Prozentpunkt Wachstum, vor allem wegen geringerer Agrarproduktion.
In der politischen Debatte erhält damit auch die Frage nach der Tragfähigkeit der Staatsfinanzen neues Gewicht. Banque de France und Europäische Zentralbank haben Vorschläge zurückgewiesen, einen Teil der französischen Staatsschulden zu streichen. Sie verweisen auf europäisches Recht, das Vertrauen der Geldgeber und das Risiko steigender Finanzierungskosten.