Aus einem zunächst vor allem von Gymnasiasten getragenen Protest ist binnen weniger Tage eine breitere Jugendmobilisierung geworden. Nach Berichten von Le Monde beteiligten sich am Donnerstag etwa dreißig Hochschulen an Aktionen, unter anderem in Paris, Straßburg, Marseille, Lyon, Reims, Poitiers und Nanterre. Die Angaben zu blockierten Standorten stammen von Studentenorganisationen und bilden deshalb vor allem die Dynamik der Mobilisierung ab, nicht eine amtliche Bilanz.
Inhaltlich reichen die Forderungen über die unmittelbaren Probleme der Gymnasien hinaus. Schüler beklagen unbesetzte Lehrerstellen, volle Klassen, marode Gebäude und belastende Stundenpläne; an Hochschulen kommen Forderungen nach mehr Mitteln und nach einer Entlastung beim Wohnen hinzu. Die Gewerkschaft SNES-FSU fordert, die Anliegen der Jugendlichen ernsthaft zu behandeln und Gewalt an den Protestorten zu verhindern. Die Ausweitung auf die Universitäten erhöht den Druck auf die Regierung, die Auseinandersetzung nicht allein als Frage der öffentlichen Ordnung zu behandeln.