Paris – 01.10.2026: Die Blockaden an französischen Gymnasien haben sich am Donnerstag auf zahlreiche Landesteile ausgeweitet. Am Vormittag wurden nach Angaben von Franceinfo mehr als 300 Aktionen gezählt. Die Union syndicale lycéenne hatte für den 1. Oktober zum zweiten landesweiten Aktionstag aufgerufen. Auch Studierende beteiligten sich: Die Union Etudiante meldete Blockaden an mehr als 30 Hochschulen.
Begonnen hatte der Protest Mitte September mit einzelnen Aktionen im Großraum Paris. Über soziale Netzwerke und Kurzvideos erreichten die Aufrufe binnen weniger Tage weitere Regionen. Am Dienstag, dem 29. September, wurden nach Medienberichten Aktionen an rund 410 Schulen registriert. Betroffen war damit ein erheblicher Teil der öffentlichen und privaten Gymnasien des Landes.
Die Forderungen unterscheiden sich von Ort zu Ort. Häufig geht es um fehlende Lehrkräfte, ausbleibende Vertretungen und eine aus Sicht der Jugendlichen unzureichende Ausstattung. Schülerinnen und Schüler beklagen überfüllte Klassen, bauliche Mängel sowie zu geringe Investitionen in Heizung und Klimatisierung. Hinzu kommen Sorgen über die soziale Lage junger Menschen und die Finanzierung des öffentlichen Bildungswesens.
Die wachsende Mobilisierung setzt die Regierung von Premierminister Sébastien Lecornu unter Druck. In Matignon trat am Donnerstag eine interministerielle Krisenzelle zusammen. Präfekturen und Sicherheitskräfte sollten den Zugang zu den Einrichtungen gewährleisten und Ausschreitungen verhindern. Blockaden und Kundgebungen wurden unter anderem aus Paris, Lyon, Marseille, Rennes und Straßburg gemeldet.
Friedlich verliefen die Aktionen nicht überall. Behörden berichteten von Sachbeschädigungen, Zusammenstößen und Festnahmen. In der Île-de-France waren nach Angaben der Regionalverwaltung mehr als 200 Gymnasien beeinträchtigt. An etwa 50 Standorten seien Gewalt, Auseinandersetzungen oder Beschädigungen festgestellt worden. Die Sicherheitsvorfälle überlagern damit zunehmend die unterschiedlichen bildungspolitischen Anliegen der Protestierenden.
Zugleich ist ein parteipolitischer Streit entbrannt. Abgeordnete und Vertreter von La France insoumise stellten sich hinter die Mobilisierung und warfen der Regierung einen unverhältnismäßigen Polizeieinsatz vor. Matignon und das Bildungsministerium beschuldigten Teile der Opposition dagegen, die Proteste für politische Zwecke zu nutzen. Die Regierung verwies auf Gefahren für Lernende, Beschäftigte und Gebäude.
Über das tatsächliche Ausmaß besteht weiterhin Uneinigkeit. Die Schüler- und Studentenorganisationen sprachen am Donnerstag von 640 blockierten Gymnasien; behördliche und journalistische Erhebungen lagen deutlich darunter. Die Abweichung erklärt sich teilweise daraus, dass vollständige Blockaden, zeitweilige Zugangssperren und andere Störungen unterschiedlich erfasst werden. Beide Organisationen riefen zu einer Jugenddemonstration am 6. Oktober auf.
Quellen
- Franceinfo
- Le Monde
- Union Etudiante
- Public Sénat
- TF1 Info
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).