Die Regierung hat den Konflikt am Abend offen politisiert. Nach Angaben aus Matignon bewerten die Nachrichtendienste die Mobilisierung als organisierte Aktion von La France insoumise und deren Verbindungen zur radikalen Linken. Die Erklärung folgte auf eine interministerielle Krisensitzung, die Premierminister Sébastien Lecornu wegen der landesweiten Blockaden, Sachbeschädigungen und Zusammenstöße einberufen hatte.
LFI-Koordinator Manuel Bompard wies die Darstellung als verschwörungstheoretisch zurück. Der Streit verschiebt den Fokus weg von den konkreten Beschwerden in den Schulen hin zur Frage, wer die Bewegung antreibt und ob politische Akteure sie vereinnahmen. Le Monde berichtete zuvor, dass Abgeordnete und Kommunalpolitiker von LFI vereinzelt bei Jugendlichen präsent waren, zugleich aber keine Hinweise auf eine künstliche oder aus dem Ausland gesteuerte Verstärkung der Aufrufe vorlagen. Für die Regierung geht es nun zugleich um Sicherheit und Autorität; Gewerkschaften und Schülervertreter verlangen dagegen Gespräche über die Ursachen der Proteste.