Paris – 01.10.2026: Die Generalsekretärin des Gewerkschaftsbunds CGT, Sophie Binet, hat der französischen Regierung vorgeworfen, mit ihrem Vorgehen gegen Schulblockaden zur Eskalation der Gewalt beigetragen zu haben. Die mobilisierten Gymnasiasten müssten unverzüglich im Bildungsministerium empfangen werden, erklärte sie am Donnerstag. Binet fordert damit einen politischen Gesprächskanal anstelle einer vorrangig polizeilichen Antwort auf die Proteste.
Ausgangspunkt der Bewegung waren unbesetzte Lehrerstellen am Lycée Saint-Exupéry in Créteil. Seit dem 21. September haben sich die Aktionen in der Region Paris und weiteren Landesteilen ausgebreitet. Schülervertretungen nennen fehlende Lehrkräfte und anderes Personal, sanierungsbedürftige Gebäude, überfüllte Klassen, ungünstige Stundenpläne sowie den Druck des Hochschulzulassungsverfahrens Parcoursup als Gründe für ihre Mobilisierung. Damit verbindet die Bewegung konkrete Missstände einzelner Schulen mit einer breiteren Kritik an den Bedingungen des französischen Bildungssystems.
Nach Angaben des Innenministeriums waren am Montag, dem 28. September, 180 Bildungseinrichtungen von Störungen betroffen. Das Ministerium registrierte 164 Festnahmen. Zehn Schüler, acht Beschäftigte des Bildungswesens und zwölf Angehörige der Sicherheitskräfte wurden verletzt. Die Region Île-de-France berichtete zudem von Schäden an etwa 15 Gymnasien. Die Zahlen beschreiben die landesweite Lage zu Beginn der Woche und machen deutlich, wie rasch sich die zunächst örtlichen Aktionen ausgeweitet haben.
Bildungsminister Édouard Geffray räumte ein, dass Forderungen der Schüler berechtigt sein könnten. Zugleich verwies er auf gewaltbereite Personen, die teils vermummt zu den Schulen gekommen seien und die Lage verschärft hätten. Innenminister Laurent Nuñez sprach angesichts von Bränden, Feuerwerkskörpern und Sachschäden von urbaner Gewalt. Beide Minister kündigten an, die Sicherheitskräfte bei Gewalt und vollständigen Blockaden eingreifen zu lassen.
Die Auseinandersetzung ist inzwischen zu einem parteipolitischen Konflikt geworden. Premierminister Sébastien Lecornu warf La France insoumise vor, mit Aufrufen zur Ausweitung der Blockaden unverantwortlich zu handeln. Jean-Luc Mélenchon kritisierte dagegen die staatliche Reaktion als unverhältnismäßig. Nachdem sich im Internet ein Video aus Saint-Ouen-l'Aumône verbreitet hatte, das einen Polizeieinsatz gegen einen Schüler zeigt, leitete die Polizeiaufsicht IGPN eine Untersuchung ein.
Binet schließt sich mit ihrer Forderung jenen Gewerkschaften an, die zwischen den sozialen Anliegen der Jugendlichen und strafbaren Übergriffen unterscheiden wollen. Auch Sophie Vénétitay vom Lehrerverband SNES-FSU hatte Gespräche mit den Schülern verlangt. Das Bildungs- und das Innenministerium berieten am 30. September in Paris mit Präfekten und Rektoren über die Lage an den Schulen.
Quellen
- Franceinfo
- Französisches Bildungsministerium
- Le Monde
- RMC BFM
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).