Der neue Haushaltsentwurf ist nach den Schülerblockaden das zweite große politische Thema des Tages. Die Regierung von Sébastien Lecornu plant für 2027 Einsparungen von 43 Milliarden Euro und will das öffentliche Defizit auf fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts begrenzen. Le Monde berichtet zugleich über Steuererhöhungen und über Kürzungspläne in mehreren Bereichen, darunter bei der staatlichen Umweltagentur Ademe.
Das rasche Zurückziehen der geplanten Einschreibegebühren zeigt, wie eng einzelne Sparmaßnahmen mit dem parlamentarischen und gesellschaftlichen Risiko des Gesamttextes verbunden sind. Die Regierung hat den Entwurf erst am 1. Oktober im Ministerrat vorgestellt und muss nun Mehrheiten für eine Haushaltslinie finden, die von Parteien links wie rechts kritisiert wird.
Die Ausgangslage ist besonders heikel, weil der Haushalt in die heiße Phase vor der Präsidentschaftswahl fällt. Lecornu wirbt bei den Sozialisten für Verhandlungen über einzelne Maßnahmen; Parteichef Olivier Faure hatte dagegen bereits vor der Vorlage eine mögliche Zensur der Regierung in Aussicht gestellt. Auch der Rassemblement National greift den Entwurf an, bleibt bei der Frage eines Sturzes der Regierung aber vorsichtig.