Die Abschaltung der alten Mobilfunktechnik wird in den kommenden Tagen für Millionen Haushalte, Unternehmen und Verwaltungen praktisch spürbar. Orange beendet sein 2G-Netz am 6. Oktober in 44 Départements, darunter weiten Teilen der Bretagne, des Grand Est, der Île-de-France, Okzitaniens und der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur. Am 20. Oktober folgt eine weitere große Welle, die auch Paris umfasst. In mehreren Départements des Südwestens ist das Netz bereits seit dem Frühjahr abgeschaltet.
Die Umstellung betrifft keineswegs allein Tastenhandys. Viele SIM-Karten arbeiten unauffällig in Aufzugnotrufen, Alarm- und Fernüberwachungsanlagen, Heizungssteuerungen, vernetzten Gegensprechanlagen oder Geräten der Teleassistenz. Kommunen und Dienstleister im Südwesten hatten bereits vor Ausfällen gewarnt und besonders dazu aufgerufen, ältere oder isoliert lebende Menschen beim Prüfen ihrer Geräte zu unterstützen.
Der Zeitdruck ist hoch, weil die Technik oft nicht beim Nutzer selbst, sondern in einem Vertrag mit einem Wartungs- oder Sicherheitsdienst steckt. Wer ein betroffenes Gerät besitzt, muss klären, ob es 4G-, 5G- oder Voice-over-LTE-fähig ist und ob die verwendete SIM-Karte weiter funktioniert. Nach Orange sollen neuere Netze die bisherigen Dienste ersetzen; ohne technische Anpassung können einzelne Geräte aber plötzlich keine Verbindung mehr herstellen.