Vor dem Pariser Schwurgericht hat am Montag der Prozess gegen Rohan Rane begonnen. Dem 29-Jährigen wird vorgeworfen, eine Online-Gruppe betrieben zu haben, über die minderjährige Mädchen zu sexualisierten Handlungen und Selbstverletzungen gezwungen worden sein sollen. Das Gericht ordnete den Ausschluss der Öffentlichkeit und der Presse an, obwohl Nebenklägerinnen dagegen waren.
Die Ermittlungen nahmen ihren Ausgang in Frankreich, reichten aber wegen der digitalen Plattformen und der betroffenen Jugendlichen in mehrere Länder. Laut Le Monde war die Untersuchung Teil eines Vorgehens gegen gewaltorientierte, nihilistische Netzwerke, die Erpressung mit intimen Bildern als Mittel der Kontrolle einsetzen. Rane soll die ihm vorgeworfenen Taten aus Frankreich heraus organisiert haben.
Der Prozess legt eine Form von digitaler Gewalt offen, bei der Strafverfolgung, Plattformregeln und Opferschutz eng zusammenhängen. Das französische Recht wurde 2024 mit einer Regelung gegen sexuelle Erpressung im Netz erweitert; das nun verhandelte Verfahren betrifft jedoch Vorwürfe, die mehrere Jahre zurückliegen. Die Verhandlung ist bis Freitag angesetzt.