Bildungsminister Édouard Geffray will rund 3.000 bisher nicht vor Klassen eingesetzte Ersatzlehrer kurzfristig an Gymnasien mit besonders vielen Unterrichtsausfällen schicken. Zusätzlich dürfen die Rektorate mehr Personal einstellen, während Schulleitungen für kurze Vertretungen auf freiwillige Überstunden zurückgreifen können. Der Schritt richtet sich auf eine der zentralen Forderungen der Bewegung: verlässlichen Unterricht statt langfristig unbesetzter Stellen.
Die Maßnahme beendet die Mobilisierung nicht. Ouest-France meldete am Freitag fortgesetzte Blockaden an der Universität Nantes, Aktionen an Schulen in der Bretagne und Festnahmen am Rand einzelner Proteste. Auch in Grenoble rufen Schülerinnen, Schüler und Studierende zu einer gemeinsamen Bewegung auf. Die Gewerkschaften von Studierenden und Beschäftigten haben bereits zu einem weiteren landesweiten Aktionstag am Dienstag, 13. Oktober, aufgerufen. Damit wird aus einem Konflikt über fehlende Lehrkräfte zunehmend eine breitere Auseinandersetzung über Schulgebäude, Studienbedingungen und den Zugang zur Hochschulbildung.