Paris – 09.10.2026: Frankreichs Bildungsminister Édouard Geffray mobilisiert 3000 Ersatzlehrer für Gymnasien, an denen besonders viele Unterrichtsstunden ausfallen. Nach Angaben des Ministeriums sollen die Lehrkräfte zwischen Freitag, dem 9. Oktober, und Dienstag, dem 13. Oktober, ihren Einsatz aufnehmen. Die Regierung reagiert damit auf anhaltende Schülerproteste, bei denen unbesetzte Stellen und fehlender Unterricht zu den zentralen Kritikpunkten zählen.
Bei den mobilisierten Kräften handelt es sich vor allem um verbeamtete Lehrkräfte auf Ersatzstellen, die in Frankreich als "Titulaires sur zone de remplacement" bezeichnet werden. Sie sind regionalen Vertretungszonen zugeteilt und übernehmen befristete oder längere Einsätze, wenn Lehrkräfte erkranken, Elternzeit nehmen oder Stellen unbesetzt bleiben. Anders als neu angeworbene Vertragslehrer besitzen sie bereits eine staatliche Lehrbefähigung und stehen in einem regulären Dienstverhältnis.
Die Ankündigung schafft daher keine 3000 neuen Stellen. Nach Geffrays Darstellung hat die Verwaltung Lehrkräfte ermittelt, die bislang keiner Klasse zugewiesen waren. Als Ursache nannte der Minister insbesondere unzureichende technische Instrumente, mit denen sich verfügbare Vertretungskräfte und der Bedarf der Schulen schnell abgleichen ließen. Die Personalreserve war demnach vorhanden, wurde jedoch nicht zielgenau eingesetzt.
Die Größenordnung ist beträchtlich. Im öffentlichen Sekundarbereich arbeiteten nach den jüngsten verfügbaren Statistiken des Ministeriums im Schuljahr 2024/2025 rund 20.990 Lehrkräfte überwiegend als Vertretungskräfte. Die nun mobilisierten 3000 Lehrer bilden damit einen erheblichen Teil dieses Pools. Medienberichten zufolge sind 114 der rund 3700 französischen Gymnasien besonders stark von Unterrichtsausfällen betroffen; an weiteren 400 Einrichtungen gilt die Personallage als angespannt.
Vorrang haben langfristige Ausfälle und unbesetzte Fächer, vor allem in Abschlussklassen, Spezialkursen und beruflichen Bildungsgängen. Kurze Abwesenheiten sollen weiterhin durch zusätzliche Stunden freiwilliger Lehrkräfte der jeweiligen Schule aufgefangen werden. Dieses seit 2023 bestehende Verfahren wurde ausgebaut, reicht nach Einschätzung des Ministeriums jedoch nicht aus, um längere Vakanzen verlässlich zu überbrücken.
Die Initiative korrigiert zugleich die Einschätzung zum Schuljahresbeginn. Damals hatte Geffray lediglich von wenigen Dutzend offenen Stellen im Sekundarbereich gesprochen. Inzwischen führt das Ministerium die größeren Lücken unter anderem auf langfristige Abwesenheiten, rückwirkende Regelungen zum Geburtsurlaub und eine Zunahme therapeutischer Teilzeit zurück.
Darüber hinaus dürfen die regionalen Schulbehörden mehrere Hundert Vertragslehrer zusätzlich einstellen. Wie weit die kurzfristige Mobilisierung trägt, soll rasch erfasst werden: Das Ministerium verlangt von allen Bildungsbezirken bis zum 16. Oktober eine erste Bilanz zur Besetzung langfristiger Ausfälle und offener Stellen.
Quellen
- Franceinfo
- Französisches Bildungsministerium
- Le Monde
- Statistikabteilung des Bildungsministeriums
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).