Gabriel Attal hat seinen Auftritt in Lyon auf junge Menschen zugeschnitten und damit einen Bereich gewählt, der derzeit politisch besonders aufgeladen ist. Der Renaissance-Vorsitzende versucht, seine Jugend als Vorteil zu nutzen und sich als Stimme gegen die Polarisierung zu positionieren. Zugleich richten sich seine Angriffe gegen La France insoumise, der sein Umfeld vorwirft, die Schulproteste politisch auszunutzen.
Die Mobilisierung an Gymnasien hält seit zwei Wochen an. Sie verbindet Forderungen nach mehr Personal und besseren Lernbedingungen mit wachsender Kritik am Vorgehen der Sicherheitskräfte. Le Monde berichtete zuletzt über Proteste in mehreren Städten und über den angekündigten Notfallplan für Vertretungslehrkräfte; Le Figaro schrieb von rund 150 geschlossenen Schulen am Freitag.
Der Fall von Reims bleibt Teil dieser Auseinandersetzung. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass ein auf Video festgehaltener Mann, der bei einer Schülerdemonstration eine Rauchgranate warf, ein Beamter der Brigade anticriminalité war. Sie bewertete den Einsatz angesichts der damaligen Gewalt als rechtmäßig. Für viele Schüler und oppositionelle Politiker verschärft gerade der verdeckte Einsatz die Kritik an der Polizeitaktik bei Minderjährigenprotesten.