Die A69 ist baulich fast abgeschlossen, politisch aber weiterhin umkämpft. Am Samstag versammelten sich nach Angaben von La Dépêche du Midi mindestens 1.000 Gegner nahe Cambounet-sur-le-Sor im Tarn. Das Treffen mit Konzerten, Debatten und Demonstration soll die seit 2023 andauernde Bewegung vor der vorgesehenen Verkehrsfreigabe zur Monatsmitte sichtbar halten.
Die Organisatoren kritisieren die Rodungen und Eingriffe in Feuchtgebiete entlang der 53 Kilometer langen Verbindung zwischen Castres und Toulouse. Aus ihrer Sicht steht der Zeitgewinn für Autofahrer in keinem Verhältnis zu den ökologischen Folgen. Thomas Brail und weitere Aktivisten werben deshalb für einen Boykott der neuen Mautstrecke, sobald sie geöffnet wird.
Der Konflikt hat auch eine konkrete Kostenebene. Nach den jüngst veröffentlichten Angaben des Konzessionärs Atosca soll eine Hin- und Rückfahrt zwischen Castres und Verfeil ohne Abonnement 17 Euro kosten. Gegner sprechen deshalb von einem Boykott, der sich für viele Haushalte ohnehin aus dem Preis ergeben werde. Der Staat begegnet dem Protest mit einem großen Aufgebot: Mehr als 800 Gendarmen und Polizisten sichern die Kundgebung und das Umfeld des Bauprojekts.