Das tägliche Briefing · Abendausgabe · Thema 2 von 3

Glucksmann gewinnt, doch die Linke bleibt geteilt

Raphaël Glucksmann hat die Vorwahl des sozialdemokratischen Lagers deutlich im ersten Durchgang gewonnen. Sein Nein zu einem Bündnis mit La France insoumise verschärft jedoch den Richtungsstreit vor der Präsidentschaftswahl 2027.

AbendausgabeWelche Themen beschäftigen die französische Presse am 12. Oktober 2026 um 20:00 Uhr?

Ein bewaffneter Angriff an einer Schule in Aubagne, die neue Führungsfrage links der Mitte und der Brand des Pariser Markts Enfants-Rouges prägen den Abend.

Raphaël Glucksmann ist mit 66,13 Prozent der Stimmen zum Kandidaten der sozialdemokratischen Vorwahl für die Präsidentschaftswahl 2027 bestimmt worden. Nach Angaben der Organisatoren entfielen 79.613 Stimmen auf den Europaabgeordneten von Place publique; der Sozialistenchef Olivier Faure kam mit 14,46 Prozent deutlich dahinter. Mehr als 120.000 gültige Stimmen wurden abgegeben.

Der Sieg gibt Glucksmann einen klaren Startvorteil in seinem politischen Lager, beendet aber keineswegs die Konkurrenz innerhalb der französischen Linken. Er bekräftigte nach der Wahl, bei den erwarteten Parlamentswahlen nach der Präsidentschaftswahl kein Bündnis mit La France insoumise eingehen zu wollen. Gerade diese Frage hatte den Wahlkampf zwischen den Kandidaten geprägt und Anhängerinnen und Anhänger des Parti socialiste gespalten.

Glucksmann will eine sozialdemokratische Alternative zu Emmanuel Macron und zur extremen Rechten anbieten. Seine unmittelbare Aufgabe liegt damit weniger in der Ausrufung eines gemeinsamen linken Kandidaten als in der Stabilisierung eines Bündnisses aus Place publique, Sozialisten und Gauche républicaine et socialiste. La France insoumise hat an der Vorwahl nicht teilgenommen und bleibt ein eigenständiger Konkurrent.

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