Die Cyberattacke auf die Kühlanlagen französischer Supermärkte hat sich am Dienstag ausgeweitet. Nach den zunächst betroffenen Systemen der Marke Danfoss wurden laut Le Monde in der Nacht auch Geschäfte mit Anlagen eines anderen Anbieters, Dixell, angegriffen. Die Angreifer veränderten offenbar Einstellungen für Abtauung und Temperaturregelung, wodurch die Kühlkette gefährdet wurde.
Die Folgen sind vor Ort sichtbar: Frische- und Tiefkühlwaren mussten in betroffenen Märkten ausgeräumt und entsorgt werden. Ouest-France berichtet aus den Côtes-d'Armor von erheblichen Verlusten in mehreren Filialen; einzelne Händler beziffern ihren Schaden auf bis zu 200.000 Euro. Damit wird aus einem technischen Zwischenfall rasch ein Problem für Sortiment, Beschäftigte und die ohnehin unter Kostendruck stehenden Märkte.
Der Fall legt die Abhängigkeit des Handels von fernüberwachten Anlagen offen. Dass innerhalb von 24 Stunden Systeme verschiedener Hersteller ins Visier gerieten, erhöht den Handlungsdruck auf Händler, Wartungsfirmen und Behörden. Die unmittelbare Priorität bleibt die Sicherung der Warenbestände und der Anlagen, bevor Produkte wieder verkauft werden.