Paris – 13.10.2026: Leere Kühltruhen, entsorgte Lebensmittel und Techniker im Dauereinsatz: Ein Cyberangriff auf die Steuerung von Kühlanlagen hat am 12. Oktober Hunderte Geschäfte in Frankreich getroffen. Betroffen waren Filialen und selbstständige Märkte mehrerer Handelsketten, darunter Intermarché, Coopérative U, E.Leclerc, Carrefour und Monoprix.
Die Angreifer verschafften sich offenbar Zugriff auf Systeme, mit denen sich Kühlanlagen aus der Ferne überwachen und regulieren lassen. In mehreren Märkten wurden Abtauvorgänge ausgelöst oder Temperaturen erheblich angehoben. Frische, gekühlte und tiefgekühlte Produkte mussten daraufhin aus den Regalen genommen werden, weil sich die vorgeschriebene Kühlkette nicht mehr verlässlich nachweisen ließ. Einzelne Geschäfte blieben zeitweise geschlossen, während Beschäftigte Waren prüften, dokumentierten und entsorgten.
Der Gesamtschaden lässt sich noch nicht zuverlässig beziffern. Franceinfo zufolge belaufen sich die Verluste in manchen Geschäften auf mehrere Zehntausend Euro. Zu den verdorbenen Lebensmitteln kommen mögliche Schäden an Geräten, Lieferverzögerungen und Einnahmeausfälle. Kundinnen und Kunden fanden vielerorts abgesperrte Kühlabteilungen oder ein deutlich eingeschränktes Sortiment vor.
Die Pariser Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet und das Amt zur Bekämpfung von Cyberkriminalität mit der Untersuchung betraut. Die Ermittler sollen den Umfang des Angriffs, die betroffenen Betriebe und den Zusammenhang zwischen der Manipulation und den entstandenen Schäden klären. Wer hinter der Tat steht und welches Motiv die Angreifer hatten, war am Dienstag unbekannt. Eine öffentliche Bekennung lag nicht vor.
Das staatliche Computer-Notfallteam CERT-FR veröffentlichte eine Warnung vor kompromittierten Steuerungen gewerblicher Kühlanlagen. Genannt werden Systeme der Baureihen AK-SM und AK-SC des Herstellers Danfoss sowie Geräte anderer Anbieter. Betreiber sollen frei über das Internet erreichbare Verwaltungsoberflächen unverzüglich absichern, die Konfigurationen kontrollieren und Fernzugriffe auf geschützte Netze beschränken. Zudem empfiehlt CERT-FR, Zugangsdaten zu ändern und verdächtige Verbindungen auszuwerten.
Danfoss erklärte Medienberichten zufolge, ein Teil der betroffenen Geräte sei technisch überholt und werde nicht mehr mit Sicherheitsaktualisierungen versorgt. Ob dies den Angriff erleichterte, müssen die Ermittlungen klären. Fest steht bislang lediglich, dass vernetzte Kühltechnik eine unmittelbare Verbindung zwischen digitaler Sicherheit und Warenbestand schafft: Werden Sollwerte aus der Ferne verändert, können Lebensmittel binnen kurzer Zeit unverkäuflich werden.
Für die Märkte folgt nun auf die technische Störung ein aufwendiger Neustart. Kühltemperaturen müssen geprüft, Warenverluste erfasst, Anlagen abgesichert und Regale neu bestückt werden. Nach Angaben aus dem Intermarché-Netzwerk kann die Rückkehr zum normalen Betrieb in einzelnen betroffenen Geschäften mehrere Tage dauern.
Quellen
- Franceinfo
- CERT-FR der französischen Cybersicherheitsbehörde ANSSI
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).