Die Schülerbewegung hat am Dienstag ihre fünfte landesweite Mobilisierung fortgesetzt. Nach Angaben des Bildungsministeriums blieben 214 Gymnasien geschlossen; zugleich meldete das Ministerium seit Beginn der Proteste 147 verletzte Beschäftigte des Bildungswesens. Bildungsminister Edouard Geffray hatte am Morgen mit rund 200 geschlossenen Schulen gerechnet und darin eine Abschwächung gegenüber der Vorwoche gesehen.
Die regionale Berichterstattung zeichnet ein differenzierteres Bild der anhaltenden Präsenz. Le Progrès berichtete über neue Demonstrationen in Lyon sowie über Kundgebungen in Bourg-en-Bresse und Ambérieu. Dort gingen nach Angaben der Zeitung etwa 200 beziehungsweise 100 Menschen auf die Straße. Die Bewegung beschränkt sich damit nicht auf die großen Städte oder einzelne besonders betroffene Einrichtungen.
Im Kern richten sich die Forderungen gegen überlastete Stundenpläne, den Zustand vieler Schulgebäude und das Zulassungsverfahren Parcoursup. Die Zahl der geschlossenen Schulen ist landesweit gemessen begrenzt, doch die wiederholten Blockaden und Demonstrationen machen den Konflikt für Schüler, Familien und Lehrkräfte im Alltag unmittelbar spürbar. Die Proteste bleiben damit ein politisches Problem für das Bildungsministerium.