Am Vorabend des 17. Oktober bereitet sich Frankreich auf einen breit gestreuten Protesttag vor. Innenminister Laurent Nuñez rechnet mit rund 250 Aufrufen zu Aktionen im öffentlichen Raum und 80 Demonstrationszügen. Hinter den Aufrufen stehen unter anderem Gruppen aus dem Umfeld der Gelbwesten, Schüler und Studenten, Landwirte, Fahrer von Mietwagen mit Chauffeur sowie Gewerkschaftsgruppen. Der gemeinsame Nenner ist vor allem die Belastung durch hohe Preise, doch die Forderungen reichen von Kaufkraft bis Bildungspolitik.
Die konkrete Beteiligung bleibt schwer vorherzusagen, weil viele Aufrufe über soziale Netzwerke zirkulieren und örtlich sehr unterschiedlich organisiert sind. Regionale Berichte zeigen aber, dass aus digitalen Aufrufen reale Treffpunkte entstehen: Im Département Lot plant ein Kollektiv in Figeac eine Kundgebung. Die Schülerbewegung der vergangenen Wochen will den Aktionstag zugleich nutzen, um ihre Forderungen über die beginnenden Ferien hinaus sichtbar zu halten.
Nuñez hat die Präfekten angewiesen, Blockaden rasch aufzulösen, wenn sie Verkehr oder Infrastruktur beeinträchtigen. Bei schweren gewaltsamen Ausschreitungen können Polizei und Gendarmerie nach seinen Angaben erneut alle verfügbaren Einsatzmittel mittlerer Reichweite einsetzen, darunter auch Schockgranaten.